Was ist das Internet der Dinge – oder Internet of Things (kurz: IoT)? In einem Satz zusammengefasst: Die kommunikationstechnische Verbindung von leblosen Gegenständen untereinander und mit dem Menschen in einem globalen Netzwerk. Wenn die Dinge auch noch smart werden und ein Service dahintersteht, kann der E-Commerce ins Spiel kommen.

Der Beitrag ist die Zusammenfassung eines Artikels aus den Zukunftsthemen im E-Commerce von netz98

Smarte Dinge im Netz

Das Prinzip ist einfach. Alles, was man irgendwie mit einer eindeutigen und elektronisch lesbaren ID versehen kann, lässt sich in ein Netzwerk aufnehmen. Das ist in weiten Teilen das öffentliche, dezentrale Internet, mit seinem spezifischen Übertragungsprotokolle TCP/IP. Man klebt einen RFID-Tag (einen kleinen Transponder) unter eine Fußmatte und installiert einen RFID-fähigen Router in der Nähe und schon ist die eigene Fußmatte im Netz. Klebt man einen Drucksensor neben den Transponder, erhält man eine smarte Fußmatte, die mitteilen kann, wenn jemand auf sie tritt. Damit wird auch klar, dass jedes unbelebte, „dumme“ Ding potenziell smart und vernetzt sein kann.

 

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Rasantes Wachstum

Mit anspruchsvollerer Technik und Software ausgestattet, bestellen Rasierer und Maschinenstraßen dann selbstständig nötigen Nachschub. Egal ob neue Klingen oder Werkzeugträger, das Prinzip ist das gleiche. Die Entwicklung schreitet rasant voran: Cisco erwartet für 2018 24 Milliarden vernetzte Geräte weltweit. Den größten Anteil daran werden unsere mobilen Devices haben. Und das IDC, ein internationales Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, prognostiziert ein wirtschaftliches Wachstum von fünf Billionen Dollar bis 2020.

 

Sinnsuche in der Komfortzone

Wie lassen sich Gegenstände und Menschen optimal vernetzen? Im Moment wird dieses Thema besonders von der Automobilindustrie gehypt. Schon heute könnten manche Besitzer ihre Autos über die Cloud verriegeln, den Motor und die Standheizung starten oder die Leistung des Fahrzeugs überwachen. Es geht um mehr Komfort für den privaten Nutzer, aber auch intelligente Lösungen für ganz konkrete Probleme.

Aus Nutzerperspektive hat das Internet der Dinge nämlich wenig mit den Dingen zu tun. Es geht um Services. Ein Auto kann noch so intelligent und vernetzt sein, noch so freundlich „Hi Kumpel“ sagen und uns so oft es will die Laufleistungsdaten aus dem letzten Jahr zu schicken – das sind keine Leistungen, die die Mehrzahl honorieren wird.

 

Internet der Dienste

Erst in dem Moment, wo uns diese Leistungen im Alltag dienen, weckt es unser Interesse: Etwa wenn das Fahrzeug nach Analyse der Laufleistungsdaten selbstständig einen Wartungstermin in der günstigsten Werkstatt vereinbart oder uns selbstständig durch den dichten Verkehr fährt, während wir noch personalisierte Inhalte und personalisierten Kaffee konsumieren. Zumindest für den amerikanischen Markt ermittelte die Boston Consulting Group eine sehr große Akzeptanz (55% für semi-autonome Fahrsysteme, 44% für selbstfahrende Autos). Wir nutzen also nicht ein Internet der Dinge, sondern die bereitgestellten Services, also ein Internet der Dienste. … Bleibt nur die Frage, ob es Honda dann Vodafone gleichtut und mir alle zwei Jahre ein neues Auto anbietet?

 

IoT und E-Commerce

Damit verschiebt sich aber auch der Schwerpunkt unseres Konsums. Wir wandeln uns von Verbrauchern endlicher Güter zu Nutzern von Leistungen. Für den E-Commerce als Disziplin und für den Handel als Branche, egal ob nun online, offline oder im Multichannel-Modell tätig, ist diese Entwicklung womöglich disruptiv. Auf der einen Seite dürfte es den digitalen Vertriebsformen nochmals einen Schub verleihen, wenn wir unseren Kühlschränken bei Rewe & Co. ein eigenes Kundenprofil mit – hoffentlich fixem – Budgetrahmen einrichten und sie für uns online einkaufen. Auf der anderen Seite bietet es Herstellern – unter Umgehung des Handels – einen noch direkteren Draht zum Kunden. Ein viel zitiertes Beispiel ist der Rasierer von Gillette, der auf Knopfdruck neue Klingen ordert. Onlinehändler werden zwangsläufig ihre Plattformen für solche Gegenstände öffnen, wenn es der Hersteller wünscht. In welcher Art sie im Anschluss an den Bestellungen partizipieren, wird die Zeit zeigen.

 

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E-Commerce als Kern eines vernetzten Vertriebsökosystems: Omnichannel!!

Ob Konzepte wie Amazons Dash-Button aber wirklich Sinn machen, ist fraglich. Ich werde auf jeden Fall meinen Putzschrank nicht mit 20 bunten Buttons zu kleistern. Für mich wäre eine zentrale Bestellplattform mit der ich sowohl meine Geräte synchronisieren, als auch meine regulären Alltagseinkäufe abwickeln kann dann doch praktischer. Am besten noch mit Integration der Kassendaten meines Discounters, damit auch ich selbst mein Einkaufverhalten analysieren kann – und nicht nur andere. Technologisches Herzstück eines solchen Konzepts kann dann aber eine E-Commerce-Lösung sein, tief integriert in die Systemlandschaft des Händlers. Damit ist der E-Commerce dann nicht mehr Onlinehandel sondern umfassender, digitaler Vertrieb.

 

Der Beitrag ist die Zusammenfassung eines Artikels aus den Zukunftsthemen im E-Commerce von netz98