Hinter dem Wunsch nach Standardisierung und einer One-fits-all-Lösung steht das Ziel, Kosten zu sparen. Viele Unternehmen, die mit unterschiedlichen Marken und Onlineangeboten im E-Commerce aktiv sind, bemühen sich momentan, zumindest die Technologie im Hintergrund, ihre Shopsysteme, zu vereinheitlichen. Nach einer Forrester-Studie ist für 93 Prozent der Befragten E-Commerce Betreiber der Total-Cost-of-Ownership einer Onlineplattform „der wichtigste“ oder zumindest „ein wichtiger“ Grund für die Standardisierung der Shops.

 

Kostenreduktion oder Explosion?

Verantwortliche sollten aber im Hinterkopf behalten, dass eine Standardisierung immer auch mit Risiken verbunden ist.

  1. Der Wert einer E-Commerce-Lösung lässt sich nur im Verbund mit den anderen Systemen einer IT-Landschaft bemessen. Je höher die Standardisierung und je tiefer die nötige Integration, um so schwerer wird es, einen kosteneffizienten Best-of-Breed-Ansatz durchzusetzen.
  2. Aus ähnlichen Gründen ist auch die Update- und damit Zukunftsfähigkeit des Systems meist an höhere Kosten gebunden.
  3. Die unterschiedlichen Shops und Plattformen bedienen eben auch unterschiedliche Zielgruppen und Märkte oder sind für bestimmte Angebote angepasst. Den Standard für eine entsprechende User Experience wieder aufzubrechen, ist meist wenig kosteneffizient.

Um jedoch schnell auf Markt- und Zielgruppenanforderungen reagieren zu können sowie bei Bedarf auch zu geringen Kosten und einem schnellen Time-to-Market kleinere Projekte in neuen Märkten zu starten, braucht es aber vor allem eines: Flexibilität.

 

E-Commerce ist keine Stangenware

Hinzu kommt, dass E-Commerce generell keine Stangenware ist. Ab einer gewissen Größe bei Umsatz und dem Produktportfolio unterscheiden sich E-Commerce Plattformen daher auch dann strukturell und funktional sehr stark, wenn die technologische Basis identisch ist. Experten erkennen schnell das wahre Ausmaß kundenindividueller Anforderungen und des daraus resultierenden Customizing-Aufwands. Eine Lösung ist der Einsatz eines E-Commerce Frameworks.

 

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Eine Lösung ist der Einsatz eines E-Commerce Frameworks

Salopp gesagt nutzt man ein Framework in der Softwareentwicklung, um nicht jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen. Die Bereitstellung und beliebige Zusammenstellung von fertigen Komponenten erleichtert die Entwicklungsarbeit bei wiederkehrenden Anforderungen. Das Customizing vor Augen, ist dies auch für den E-Commerce ein attraktiver Ansatz. Analog bietet ein E-Commerce-Framework grundsätzlich alle Basis-Funktionen für das Onlinegeschäft sowie darüber hinaus eine außerordentliche Erweiterbarkeit für individuelle Anforderungen.

 

Ein gutes Beispiel für ein solches Framework ist Magento

Häufig wird Magento nur als leistungsfähiges Shopsystem angesehen: einfach zu installieren, mit wenigen Handgriffen anpassbar und fast sofort in der Lage, Produkte zu verkaufen – doch trifft dieses Verständnis nicht ganz den Kern der Sache. Magento basiert auf dem Zend Framework. Die Wahl fiel auf Zend, da es hohe Sicherheitsstandards erfüllt, flexibel erweiterbar und performant ist. Das Framework stellt alle Funktionen zur Verfügung, die man benötigt, um von der Applikation aus mit der Systemebene zu kommunizieren: von der Datenbankabfrage bis zur Ausgabe von HTML Code an den Browser des Benutzers.

Nimmt man die obere Schicht des Systems, die E-Commerce Ebene mit Magento auseinander, und trennt Magento gedanklich vom Zend Framework, erhält man ein durchaus interessantes Konstrukt:

 

Magento Plattform als E-Commerce Framework

Gedankensprung: Vom Standardshop zum E-Commerce Framework

 

Während das Zend-Framework alle Funktionen zur Verfügung stellt, die man benötigt, um von der Applikation aus mit der Systemebene zu kommunizieren, liefert Magento die eigentlichen E-Commerce-Funktionalitäten. Auf dieser Basis entstehen die jeweils kundenindividuellen E-Commerce-Lösungen. Das Konzept ist analog zum modularen Querbaukasten (MQB) im Automobilbau. Zend liefert die technischen Grundlagen, Magento sorgt für die Modellvarianten, so wie der Audi A3, der Golf VII und der Skoda Octavia auf demselben MQB basieren. Das Konstruktionsprinzip von Magento verbindet also Standardisierung und Flexibilität.

 

Wer mehr dazu wissen möchte, in welchen Kontexten das Thema E-Commerce Framework zum Tragen kommt, dem lege ich unsere Zukunftsthemen im E-Commerce nahe. Im Schwerpunkt Digitale Transformation und E-Commerce Integration gibt es viele spannende, weiterführende Inhalte und Perspektiven