Lange Zeit wurde das Thema Frontend auf Entwicklungsseite nicht allzu kritisch gesehen. Ein wenig HTML und CSS konnte ja jeder. Mit steigender Komplexität von Frontendstrukturen und Technologien steigen jedoch die Anforderungen an die Entwicklung.

 

Anforderungen an Frontend-Entwickler

Ihre Aufgabe ist es, Design-Vorlagen in anspruchsvolle Templates und Funktionen umzusetzen und sie optimal in die Shopoberfläche zu integrieren. Für die Gestaltung moderner Magento Shops auf Basis der Enterprise Edition sind umfangreiche Kenntnisse in HTML5, CSS3 aber auch in verschiedenen Frameworks oder Javascript-Bibliotheken wie jQuery nötig. Hinzu kommt neben der Umsetzung von Responsive Webdesign auch der Einsatz der Präprozessoren SASS und LESS. Erfahrungen in diesen Bereichen und idealerweise ein Grundverständnis für PHP sind notwendig.

 

Einsatz von SASS und LESS in Magento Shops

Diese Sprachen sind von Entwicklern für Entwickler gemacht und erleichtern den Umgang mit CSS. Mit SASS und LESS lassen sich vorab Variablen und Logiken definieren, was in CSS so nicht möglich ist. Anstatt wiederkehrende Elemente im Frontend immer wieder neu zu definieren, kann dies nun quasi an einer zentralen Stelle erfolgen, was den Programmieraufwand und die Fehleranfälligkeit wesentlich reduziert. Mehr dazu gibt es auch in meinem Vortrag auf der Meet Magento am 12. Mai.

 

Frontend Architekten = Ingenieure, Designer und noch mehr

Für den sinnvollen Einsatz von LESS/SASS gilt das gleiche wie für alle anderen Methoden und Technologien in der Frontendentwicklung. Man muss immer die gesamte Struktur einer Seite vor Augen haben. Ein gutes Design über alle Bereiche, nutzerfreundliche Features und ein hohes Maß an Customizing aufgrund von individuellen Kundenwünschen machen moderne Magento-Shops – egal ob B2C oder B2B – zu wirklich komplexen Angelegenheiten. Diese Komplexität gilt es zu begreifen und auf allen Ebenen zu steuern. Dazu braucht es im Einzelnen:

  • eine saubere Programmierung und klare Strukturierung des Frontends
  • das technologische Know-how und die Methodensicherheit
  • eine eindeutige Trennung von Entwicklungsaufgaben und deren sinnvolle Verteilung
  • das Verständnis für die Design-Vorlagen und die Fähigkeit, sie in Code zu übertragen
  • die Verbindung von strategisch-wirtschaftlichem und operativem Denken

Projekte brauchen einen rationalen Ansatz

Eine Forderung an Frontend Architekten ist etwa, dass Elemente so aufgebaut sind, dass sie jederzeit wiederverwendet werden können. Der initiale Aufwand ist dabei etwas höher, da man von der konkreten Aufgabenstellung abstrahieren und globaler denken muss. Nehmen wir beispielsweise eine kundenindividuell gestaltete Tabelle zur Darstellung von Produktgruppen. Wo wird ein ähnliches Element noch eingesetzt? Wo kann die Struktur noch Anwendung finden? Vielleicht bei Produktinformationen oder Serviceübersichten? Das Element muss also so definiert werden, dass es sich nicht nur in diesem Anwendungsfall, sondern auch in ähnlichen Fällen sinnvoll verwenden lässt – am besten auch über das eine Kundenprojekt hinaus.

Dazu hat sich bei uns als Best Practice durchgesetzt, die Frontentwicklung von Anfang an – also schon im Konzept und Design – zu berücksichtigen und sie auch nicht losgelöst von anderen Projektschritten oder Entwicklungsaufgaben zu sehen. Als Resultat können wir die Qualität unserer Projekte stetig verbessern.

 

Quer denken – straight handeln

So kommt schon viel zusammen, was es beim Thema Frontend zu beachten gilt. Das besonders faszinierende am Job des Frontend Architekten ist aber die Notwendigkeit über vorhandene Methoden und bekannte, erprobte Strukturen hinaus zu denken. Es geht darum, auch mal neue Wege zu beschreiten und etablierte Standards hinter sich zu lassen. Das haben wir etwa mit der Entwicklung unserer Boilerplate realisiert, bei der wir den Einsatz der Magento-Templates und Styles innovativ weiterentwickelt haben.