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Meet Magento New York

Warum auf die Meet Magento New York?

Die Meet Magento New York 2016 legt mit ihren Business-Themen einen neuen Schwerpunkt. Ich sprach mit Viacheslav Kravchuk, dem Gründer und Geschäftsführer der Agentur Atwix, die das Event organisiert, und Tim Hahn, dem Gründer und Geschäftsführer von netz98, die die Veranstaltung als Sponsoring Partner unterstützen.

 

Hallo Viacheslav, für die vielleicht zwei oder drei Leute weltweit, die Atwix noch nicht kennen, kannst Du Eure Geschichte und Euer Business bitte kurz vorstellen?

 

Viacheslav: Das ist gar nicht so einfach, da es in unserer Geschichte nur wenige feste Daten gibt, an denen man sich entlang hangeln kannn. Ich bin 2003 als Freelancer gestartet und habe dann 2006 eine eigene Agentur gegründet, die sich auf E-Commerce mit der Software osCommerce spezialisiert hatte. Das war damals eine der beliebtesten und verbreitetsten Plattformen. 2010 haben wir uns dann entschieden, komplett auf Magento zu wechseln. Der Neuausrichtung der Agentur wollten wir dann auch mit einem neuen Unternehmensnamen Rechnung tragen, einen, den man nicht mehr mit dem alten Schwerpunkt in Verbindung brachte. Das war die Geburtsstunde von Atwix. Dieser Changeprozess hat zu der etwas bizarren Situation geführt, dass wir heute Atwix-Mitarbeiter haben, die schon länger dabei sind, als es Atwix eigentlich gibt (lacht).

 

Heute sind wir eine Full-Service E-Commerce Agentur, setzen fast vollständig auf Magento und ergänzen unsere Leistungen je nach Bedarf durch andere Opensource-Lösungen wie etwa Oro CRM. In der Regel arbeiten wir dabei auch vollständig ortsunabhängig in global verteilten Teams. Ganz ohne ein Büro geht es jedoch nicht, also betreiben wir zumindest zwei physische Niederlassungen.

 

Atwix hat in der Magento-Szene einen exzellenten Ruf. Wie könnt Ihr Eure hervorragende Leistung und die hohe Qualität in verteilten Teams sicherstellen?

 

Viacheslav: Leistung und Qualität sind meiner Ansicht nach unsere wichtigsten externen Kennzahlen und diejenigen, die für jede Agentur maßgeblich sein sollten. Und wie bei allen anderen Kennzahlen auch, sind sie ein Spiegelbild der internen Prozesse sowie der Unternehmenskultur. Daher macht es auch keinen großen Unterschied, ob man in verteilten Teams arbeitet oder nicht. Entscheidend sind letztlich nur zwei Faktoren: Erstens die Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, mit ihren individuellen Fähigkeiten, insbesondere den kommunikativen, ihrer Expertise und ganz entscheidend, ihrer Einstellung. Zweitens die internen Strukturen und Abläufe eines Unternehmens, die eben Leistung und Qualität unterstützen müssen.

 

Ich würde nicht sagen, dass wir da schon alles erreicht haben, was möglich ist. Raum für Verbesserungen gibt es immer. Aber genau das macht den Aufbau und die Entwicklung eines Unternehmens auch so spannend, es ist eben eine unendliche Geschichte.

 

Bleiben wir international, was ist der Grund für Euer Engagement bei der Meet Magento New York. Was macht die Veranstaltung und den Ort so interessant?

 

Viacheslav: Das war eigentlich eine sehr spontane Entscheidung. Eines Tages fragte mich mein Freund Ignacio Riesco, Inhaber von interactiv4, ob ich Lust hätte, dieses Jahr gemeinsam mit ihnen ein Event auszurichten. Atwix war ja schon einmal Mitorganisator der Meet Magento Ukraine und so hatte ich bereits eine grobe Vorstellung, was da auf uns zukommen würde. Dennoch, die Meet Magento New York ist etwas ganz anderes.

Da ist zum einen die Location. New York ist strategisch was den E-Commerce und Handel allgemein angeht von herausragender Bedeutung – und es ist natürlich bisher die teuerste Stadt in der eine Meet Magento veranstaltet wird. Hinzu kommt, dass es die einzige Meet Magento in den USA ist und neben der Imagine auch die einzige Magento-Veranstaltung, die sich mit dem Business beschäftigt

 

Da sind wir dann beim Format. Meines Wissens nach organisieren wir tatsächlich die allererste, rein auf Business-Themen fokussierte Magento Konferenz. Es wird dieses mal keinen Technologie-Track geben. Das ist sicher ein Risiko, da im Schnitt mehr als 70 Prozent der Besucher auf einer Meet Magento eben einen technischen Hintergrund haben. Wir sind gespannt.

 

Alles in allem ist dies schon eine große Herausforderung. Aber der Einsatz lohnt sich sicherlich, denn die meisten unserer Kunden finden sich nun mal im US-Markt.

 

Und was treibt netz98 auf die Meet Magento New York?

 

Tim: Eben das, was Slava als Besonderheiten hervorgehoben hat. Es ist die einzige Magento Veranstaltung mit Business-Fokus und das auch noch in New York. Ich denke, wir können hier äußerst nützliche und vielfältige Einblicke in den US-Markt erhalten und natürlich interessante Kontakte knüpfen. 

 

Wenn wir so über Magento reden, was denkt Ihr, wie wird sich Magento in den kommenden Monaten bzw. Jahren entwickeln?

 

Viacheslav: Nach dem Kauf durch Permira und der Veröffentlichung von Magento 2 im letzen Jahr, lässt sich heute etwas erahnen, was in den letzen Jahren so nicht zum Vorschein kam: eine echte Vision. Und die nimmt immer klarere Züge an und wird außerdem durch neue Leute und das Engagement von Permira auch aktiv unterstützt.

 

Tim: Mit Permira im Hintergrund hat Magento nun wesentlich mehr Handlungsspielraum als noch zu eBay-Zeiten. Und den scheinen sie auch mit viel Inspiration, Energie und Expertise zu nutzen. In nur einem Jahr hat Magento sein Portfolio komplett überarbeitet und unter dem Namen „Magento Digital“ eine breites Leistungsspektrum rund um die neue Shopsoftware Magento 2 aufgebaut. Dazu gehören eine Omnichannel-Lösung, ein E-Commerce Analytics-Tool und viele weitere innovative Services. Gestartet mit einer reinen E-Commerce Plattform, bietet Magento mittlerweile eine integrierte Suite für das gesamte E-Commerce Business. Im nächsten Schritt dürften dann noch einige Verticals für spezielle Branchen dazukommen. Ich glaube damit hat und wird Magento nicht nur seine Marktführerschaft sichern, sondern noch deutlich weiter ins Enterprise-Umfeld vorrücken.

 

Projektpartnerschaft netz98 Atwix

 

Was verbindet Euch bzw. Eure beiden Agenturen? Gibt es da eine gemeinsame Geschichte?

 

Tim: Wir sind beide mehr oder weniger seit dem Start von Magento mit dabei und von der Software begeistert. Aufgrund des starken Community- und Opensource-Charakters von Magento sind wir uns zudem von Anfang an immer wieder mal begegnet, sei es auf Veranstaltungen oder virtueller auf Github. Der erste längere Austausch war allerdings erst 2012 … 

 

Viacheslav: … und das zufälligerweise in den USA, auf der zweiten Magento Imagine Konferenz. Ich erinnere mich, dass wir da einen sehr gutes Gespräch mit Ralf Lieser hatten, der damals für die Qualitätssicherung bei netz98 zuständig war. Seit der Zeit haben wir uns immer wieder an den unterschiedlichsten Orten getroffen und uns über die Entwicklung unserer Agenturen ausgetauscht. Und in diesem Jahr haben wir uns dann zum ersten Mal im größeren Umfang in einem Projekt zusammengetan. 

 

Warum gerade jetzt? Woran arbeitet Ihr?

 

Tim: Momentan arbeiten wir an einem ziemlich großen und komplexen Magento 2 Enterprise Projekt im Automotive-Bereich. Unser Kunde hat und erwartet wirklich hohe Standards bei Qualität und Leistung. Wir haben daher ein sehr großes Augenmerk auf eine umfassende Anforderungsanalyse sowie eine perfekte Planung gelegt.  Aber wie es manchmal so ist, da plant man alles minutiös vor und kaum ist man gestartet, kommt alles doch anders. Wir mussten schnell reagieren und suchten einen unkomplizierten Partner auf einem hohen professionellen Niveau … da blieb ja praktisch nur einer.

 

ViacheslavDas war doch eigentlich die perfekte Ausgangslage für unsere Zusammenarbeit (lacht) und dann auch noch für so eine renommierte Marke. Wir dürfen zwar noch nicht konkreter werden, aber ich kann zumindest verraten, dass ich schon einmal Reifen dieser Marke hatte und es bisher die besten waren, die ich gefahren bin.

 

Was denkt Ihr über den US-Markt. Ist das einer wie jeder andere oder gibt es da besondere Chancen für europäische Agenturen?

 

Viacheslav: Ganz ehrlich, ich liebe den US-Markt. Mittlerweile stammt die Mehrzahl der Atwix-Kunden aus den USA und schon als Freelancer hatte ich hier die meisten Projekte. Was mich besonders begeistert ist die offene, unkomplizierte Arbeitsweise. Man findet sehr schnell eine gemeinsame Basis mit US-Unternehmen. Außerdem sind sie sehr offen für neue Ideen, Innovationen und Experimente. Möglicherweise ist es bei Großunternehmen etwas anders, doch zumindest für die KMUs trifft das durchweg zu. Und gerade diese Offenheit macht es europäischen E-Commerce Agenturen so einfach, hier Fuß zu fassen.

 

TimDer E-Commerce hat in den USA eine noch viel größere Bedeutung und höhere Reife als in Europa. Das erkennt man nicht zuletzt auch an den mittlerweile geringeren Wachstumsraten. Und wenn der Markt sein Wachstumspotenzial erst einmal ausgeschöpft hat, muss es darum gehen, die Dinge besser zu machen als der Wettbewerb. Deswegen sehe ich gerade in den USA einen sehr großen Bedarf an qualitativ und technisch hochwertigen E-Commerce Lösungen, die mit den Unternehmenszielen auch mithalten können. Und hier haben europäische Magento-Agenturen doch sehr viel zu bieten.

 

Worauf sollte man sich hier fokussieren, auf den B2C oder auf den B2B-Sektor? Oder ist der Unterschied nicht weiter relevant?

 

Tim: Diese Unterscheidung ist oftmals etwas zu grob verstellt den Blick aufs Wesentliche, nämlich die individuellen Anforderungen. Relevantere Unterscheidungsmerkmale sind da eher die Unternehmensgröße oder die jeweilige Branche.

 

Viacheslav: Wir arbeiten mit Unternehmen beider Bereiche zusammen und sehen da prinzipiell keine großen Unterschiede bei der Herangehensweise. Ich denke Auftraggeber wie auch Agenturen sollten sich in allen Fällen vor allem auf die jeweilige Strategie und die vorhandenen internen Ressourcen konzentrieren. Außerdem bietet der US-Markt sicherlich in beiden Bereichen sehr großes Potenzial – auch ohne eine Fokussierung.

 

Was sind aktuell die Herausforderungen der amerikanischen Kunden, Händler wie Hersteller?

 

Viacheslav: Die Herausforderungen der Händler sind doch seit jeher die Gleichen. Es geht darum, dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein sowie Umsatz und Gewinn positiv weiterzuentwickeln. Trends kommen und gehen und häufig kann man sich als Händler im Vorhinein einfach nicht sicher sein, ob sie dem Geschäftsmodell und den Kunden etwas nützen werden. Daher gibt es meiner Ansicht nach nur eine Lösung: kontinuierliche Recherche, Analyse, Innovation und permanentes Ausprobieren.

 

TimIm Bereich der Unternehmen mit E-Commerce-Umsätzen ab etwa 10 Millionen US-Dollar im Jahr sehen wir aktuell den größten Bedarf an qualitativ hochwertigen E-Commerce Lösungen. Während in Deutschland der gehobene Mittelstand häufig Weltmarktführer in bestimmten Nischen stellen kann, ist das Marktgeschehen in den USA häufig durch größere Hersteller geprägt, die in einem harten Wettbewerb stehen – der immer öfter auch technologisch entschieden wird. Auch ist in den USA der Markt der Online-Pureplayer deutlich ausgeprägter und wer sein gesamtes Business auf einer E-Commerce Plattform aufstellt, ist abhängig von einer skalierbaren, stabilen und absolut hochwertigen Lösung.

 

Gibt es bei US-Kunden bedeutsame Unterschiede oder Eigenheiten im Vergleich zu Europa, die man berücksichtigen muss? 

 

Viacheslav: Zu dem, was Tim schon gesagt hat, kommt noch hinzu, dass amerikanische Kunden häufig unter einem hohen Konkurrenz- und Zeitdruck stehen. So ist das Geschäft in den Staaten eben – jeder arbeitet hier quasi im Laufschritt, da die Konkurrenz niemals schläft. Daher fordert man von Geschäftspartnern ein hohes Maß an Agilität und Geschwindigkeit. 

 

Sollten sich europäische Agenturen da irgendwie abheben, Unterschiede und USPs herausstellen, um sich vom regionalen Wettbewerb abzuheben?

 

Viacheslav: Ich denke, so etwas wird immer unwichtiger. Etliche der großen US-Agenturen haben Entwicklungsbüros in Europa und viele europäische Agenturen eröffnen Projektbüros in den USA. Ich vermute, dass in diesem globalen Kontext allgemeine Unterscheidungsmerkmale oder nationale Besonderheiten zunehmend verschwimmen und in den nächsten Jahren auch ganz verschwinden. Übrig bleiben dann die individuellen Qualitäten der jeweiligen Agenturen. Schaut man sich beispielsweise die klassische Softwareentwicklungsbranche an, wird auch die Entwicklung im E-Commerce vorhersehbar: Heutzutage kann niemand mehr regionale Unterschiede feststellen und es kümmert daher auch niemanden mehr, wo die Software entwickelt wurde. 

 

Tim: Ja, da kann ich nur zustimmen. Wir sollten uns da nicht bei dem Versuch abmühen, irgendwelche USPs zu konstruieren, um unsere Kunden zu überzeugen. Es ist es doch viel effizienter, einfach einen guten Job machen zu machen – in time, budget and quality – und so unsere Kunden zufriedenzustellen.

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