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30. Juli 2021 von in B2C E-Commerce

E-Commerce Prognose: Wie entwickelt sich der B2C-Onlinehandel?

Welche Bedeutung hat der Onlinehandel derzeit in Deutschland? Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf den E-Commerce? Welche Shopping-Gewohnheiten der letzten Monate werden auch weiterhin genutzt? Wir haben die aktuellsten Zahlen für Sie und werfen einen Blick auf die zukünftigen Shopping-Trends.

 

Zahlen & Fakten zum E-Commerce in Deutschland

Elektronik, Klamotten und neuerdings auch Lebensmittel – immer mehr Menschen bevorzugen es, ihre Produkte online zu shoppen. Dass das bequeme Einkaufen vom heimischen Sofa aus oder unterwegs zum Erfolgsmodell avancierte, zeigte sich bereits im kontinuierlichen Wachstum der letzten Jahre. Zusätzlich zum erwarteten Anstieg befeuerte die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns die Onlinekäufe in 2020 deutlich.

Laut einer aktuellen Studie der IFH Köln nimmt die Zahl der Onlineshopper auch in 2021 zu. Doch nicht nur die Anzahl der Käufer steigt, sondern auch die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben. So verzeichnet der Onlinehandel auch ein Umsatz-Wachstum, Tendenz steigend.

 

Schaubild Anzahl Onlineshopper

Schaubild Anzahl und Umsatz von Onlineshoppern (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Ein Blick auf das Marktvolumen zeigt, dass der Umsatz im E-Commerce in Deutschland im Jahr 2020 73 Millionen betrug. Das bedeutet einen Zuwachs von knapp 14 Milliarden Euro im Vergleich zu 2019 beziehungsweise eine Steigerung von 23 Prozent. Für 2021 wird ein Umsatz von 85 Millionen erwartet, also eine 17-prozentige Steigerung zum Vorjahr.

 

 

Schaubild Marktvolumen

Schaubild Marktvolumen E-Commerce (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Interessant ist, dass der Anstieg an Onlineumsätzen sich 2020 branchenübergreifend zeigte. So wuchs der Online-Anteil im Bereich Fashion & Accessoires auf 39,8 Prozent. Das sind 2,24 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Daneben konnten auch die Branchen Freizeit & Hobby sowie FMCG einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Den größten Zuwachs erfuhr die CE/Elektro Branche mit einer Steigerung von 3,51 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. Der Onlineanteil beträgt nun 38,9 Prozent.

 

 

Schaubild Onlineanteil Branche

Schaubild Onlineanteile nach Branche (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Lebensmittel werden immer häufiger online gekauft

Gerade im Bereich Food stieg das Umsatzwachstum im letzten Jahr stark an – offline aber vor allem im Onlinegeschäft. Immer mehr Anbieter ermöglichen die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustüre. Knapp die Hälfte der befragten Internetnutzer hat schon einmal online Lebensmittel bestellt. 15 Prozent davon gaben an regelmäßig – mindestens alle 2 Wochen – Lebensmittel über einen Onlineshop zu ordern.

 

Schaubild Lebensmittel Online

Schaubild Häufigkeit von Online-Lebensmitteleinkäufen (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Die Offenheit Lebensmittel online zu beziehen, zeigt sich auch im Marktwachstum. Hier treibt der Verkauf von Lebensmitteln das Wachstum im Onlinebereich mit knapp 60 Prozent deutlich voran und ist damit fast dreimal so hoch wie im Non-Food-Bereich (21,3 %).

 

Schaubild Marktwachstum Lebensmittel

Schaubild pronzentuales Wachstum verschiedener Bereiche (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Trends

Mobile first – trotz Stay-at-Home wird ein großer Teil der Onlinebestellungen weiterhin gerne über das Smartphone ausgeführt. So bevorzugen 47 Prozent den Onlineeinkauf via Smartphone und ziehen damit das mobile Endgerät dem PC/Laptop (45 %) sowie dem Tablet (8 Prozent) vor.

 

Schaubild Mobile Commerce

Schaubild Verteilung der Onlineumsätze auf Endgeräte (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Ein weiterer Trend, der vor allem durch die Pandemie neu befeuert wurde, ist Click und Collect. Gerade die Bekanntheit des Begriffs und dessen Bedeutung ist im letzten Jahr gestiegen. Bei der Befragung der IFH Köln von 2021 gaben 74 Prozent an, den Begriff zu kennen und zu wissen, was dieser bedeutet. Das ist eine deutliche Steigerung zu 2017. Damals gaben nur 13 Prozent der Befragten an, zu wissen was sich hinter dem Begriff verbirgt.

 

Schaubild Bekanntheit Click und Collect

Schaubild Bekanntheit der Begrifflichkeit Click und Collect (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Laut der Studie der IFH Köln nutzen zwischen Dezember 2020 und März 2021 mehr als die Hälfte der Internetnutzer (54 %) Click und Collect. Lediglich 25% der Befragten gaben an, noch nie Click und Collect ausprobiert zu haben. Gerade im Bereich Heimwerken und Garten kam die Möglichkeit, online Produkte zu bestellen und diese im Ladengeschäft abzuholen, gut an.

 

 

Schaubild Nutzung Click und Collect

Schaubild Nutzung von Click und Collect (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

Der zukünftige E-Commerce in Deutschland: Prognosen

Immer mehr Menschen kaufen ihre Produkte online. Die Trendkurve des E-Commerce zeigt schon seit mehreren Jahren steil nach oben, doch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Lockdowns haben den sowieso schon kontinuierlichen Anstieg im E-Commerce regelrecht beflügelt. Selbst kleinere Läden haben erkannt, dass der Schritt in die Digitalisierung unausweichlich ist und sich darum bemüht, auch im Onlinegeschäft Fuß zu fassen.

Der Trend gilt in besonderem Maße für den hier beleuchteten B2C. Doch auch im B2B erkennen die Unternehmer die Wachstumschancen, hier setzt sich die Entwicklung mehr und mehr durch und auch hier hat die Corona-Pandemie Auswirkungen auf das Daily-Business gehabt.

Selbst der Lebensmittelmarkt schlägt zunehmend einen digitalen Weg ein. Die Akzeptanz Lebensmittel im Onlineshop zu bestellen, ist durch die Corona Pandemie stark gestiegen. Die Vorteile der Lebensmittellieferung frei Haus wollen die meisten Nutzerinnen (88 %) auch in Zukunft nicht mehr missen. Lediglich 12 Prozent der Befragten gaben an, zukünftig wieder weniger Lebensmittel online bestellen zu wollen.

Mit einer Stagnation oder gar Abnahme des B2C Onlinegeschäfts ist vorerst nicht zu rechnen, im Gegenteil. Sogar Erstkäufer geben an, die neu gewonnenen Gewohnheiten, Produkte online zu kaufen, beibehalten zu wollen. Das zeigt sich in allen Branchen, allen voran auch beim Kauf von Arzneimitteln. Hier gaben 77 % der befragten Erstkäufer an, ihre Medikamente zukünftig weiterhin online bestellen zu wollen.

 

 

Schaubild Onlineshopping nach Corona

Schaubild erwartete Onlinenutzung nach Corona (Quelle IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.)

 

Auch 2020 neu entdeckte Services wie „Click und Collect“ werden im Alltag von Onlineshoppern bestehen bleiben und weiterhin genutzt werden. So geben 58 Prozent der Befragten an, dass sie sich die Nutzung von „Click und Collect“ auch nach der Pandemie gut vorstellen können. Daneben stehen heute noch eher unbekannte Shopping-Formate in den Startlöchern wie z.B. das Instant Shopping. Darunter wird das Einkaufen mittels Produktplatzierung in einer Content-Umgebung außerhalb des Onlineshops z.B. in den sozialen Medien verstanden. Gute Chancen auf Erfolg hat auch das Livestream Shopping. Ähnlich wie beim Teleshopping bietet das junge Format den Zuschauern die Möglichkeit per Smartphone live am Shopping-Event teilzunehmen und direkt Fragen zum Produkt zu stellen.

 

Bilder: iStock, IFH Köln GmbH im Auftrag des HDE e. V.

Über den Autor / die Autorin

Comments (37)

  • Vinzenz Ager

    Herzlichen Dank für den umfangreichen Artikel! Der vor wenigen Tagen erschienene E-Commerce Lieferkompass 2020/2021, in dessen Rahmen europaweit mehr als 8.000 Verbraucher befragt worden sind, hat weitere aktuelle, nützliche Daten hervorgebracht, die Ihre angebrachten Beispiele sicherlich noch gut ergänzen könnten 🙂

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