So gut wie jeder in der E-Commerce Branche hat wohl schon vor Wochen mit einem etwas zwiespältigen Gefühl die ersten Lebkuchen in Social Media Postings oder gar live in Supermärkten gesehen. Shopbetreiber haben dann schnell den Spruch im Ohr: „Ja, ist denn schon wieder …?“

Ja! Und tatsächlich ist in etwa zwei Monaten das Weihnachtsgeschäft auch schon wieder vorbei. Das bedeutet für Shopbetreiber, sich Zeit freizuschaufeln für die Vorbereitungen des anstehenden Weihnachtsgeschäfts, mal wieder To-do-Listen erstellen und die Aufgaben geschickt verteilen. Für diesen organisatorischen Teil habe ich Ihnen einige Tipps zusammengestellt.

 

Die Produkte

  • Schauen Sie, welche Ihrer Produkte in der Vergangenheit zu Weihnachten besonders gefragt waren und in welchen Bereichen Sie das Portfolio noch mit passenden Geschenkartikeln aufwerten können.
  • Kalkulieren Sie die dazu nötigen Lagerbestände, die unbedingt bis weit in den Januar reichen sollten. Klären Sie außerdem mit Ihren Lieferanten, bis wann Sie spätestens bestellen müssen, damit die Ware rechtzeitig vor dem Ansturm im Lager ist. Könnten Sie im Notfall auch in der heißen Phase beliefert werden?

 

Das Marketing

  • Überprüfen Sie Ihre Google-Adwords-Kampagnen. Besprechen und planen Sie das Budget für die Weihnachtszeit gemeinsam mit Ihrer Agentur. Recherchieren Sie die passenden und aktuellen Keywords zu Ihren Weihnachtsaktionen und legen Sie geeignete Landing Pages für diese Weihnachtskampagnen an. Aber denken Sie daran: Auch wenn es das Fest der Nächstenliebe ist, achten Sie auf die Kosten pro Kunde.
  • Planen Sie gezielte Newsletter-Kampagnen rund um das Thema „Geschenke“. Aber bitte denken Sie daran, weniger ist in der Weihnachtszeit mehr. Sie sind leider nicht der Einzige, der Newsletter-Marketing betreibt.
  • Denken Sie daran, sich nach dem Weihnachtsgeschäft – am besten in der zweiten Januarwoche – bei Ihren Kunden und Partnern per E-Mail oder Posting für die Treue im vergangenen Jahr zu bedanken. Das könnten Sie auch mit einer kleinen Treueaktion verknüpfen.
  • Falls Sie in den sozialen Medien unterwegs sind, sollten Sie regelmäßige Postings mit Geschenktipps einplanen. Hier lohnen sich auch Kooperationen mit anderen Seiten, etwa reichweitenstarken Fan-Pages, die für Ihre Zielgruppe relevant sind. Gegenseitige Postings können Fans und Kunden bringen.

 

Kundenservice & Logistik

  • Bereiten Sie Ihr Backoffice für eine (noch) schnellere Auslieferung, für telefonische Rückfragen und Rücksendungen vor. Dazu gehört auch ein ausreichender Vorrat an Versandmaterial und – falls Sie dies anbieten – auch an Geschenkverpackungen.
  • Bleiben Sie bei Ihren Onlinekunden in positiver Erinnerung: Legen Sie ihnen in der Weihnachtszeit ein kleines, aber originelles Geschenk bei. Es sollte auf die Weihnachtszeit Bezug nehmen und idealerweise auch Ihren Onlineshop oder bestimmte Themenwelten repräsentieren.

 

Das Onsite-Weihnachtsfeeling

  • Wollen Sie, dass Ihr Shop ein weihnachtliches Feeling erzeugt? Dann sollten Sie mit Ihrer Agentur über die thematische Anpassung Ihres Onlineshops sprechen. Aber bitte beachten Sie: Rieselnder Schnee  ist nicht mehr zeitgemäß!
  • Zur Weihnachtszeit „verirren“ sich auch Kunden auf Ihre Seite, die sich sonst nicht mit Ihrem Thema auseinandersetzen. Geben Sie diesen Besuchern ausreichend Hilfestellung. Ein sinnvolles Feature ist beispielsweise ein „Geschenke-Finder“. Dieser Bereich kann auch gut als „Landing-Bereich“ für SEA-Maßnahmen und E-Mail-Marketing verwendet werden.
  • Eine weitere Möglichkeit ist ein „Fragen & Antworten“ Bereich rund um das Weihnachtsgeschäft. Hier sollten Fragen geklärt werden wie: „Bis wann muss die Bestellung raus, damit die Ware rechtzeitig zum Fest ankommt? Kann das Geschenk umgetauscht werden? Was gibt es für Versandoptionen? Etc.“ So können Sie Kunden abholen und Ihre Hotline entlasten.

 

Special: Adventskalender

Ich persönlich bin kein Freund davon und habe bisher auch keine guten Erfahrungen damit gemacht. Der Kalender macht im Vorfeld viel Arbeit und der Erfolg ist meiner Meinung nach fraglich. Kann man wirklich die Kunden 24 Tage lang bei der Stange halten? In gefühlt jedem dritten Shop gibt es einen Weihnachtskalender, somit ist dieses Feature nun wirklich nichts Besonderes mehr. Meine Empfehlung: Lassen Sie es! Investieren Sie Ihr Geld lieber in schöne Paket-Beilagen für Ihre besten Kunden.

 

Die Technik

  • Ein ganz entscheidender Punkt im Weihnachtsgeschäft ist die Performance Ihres E-Commerce-Angebots: Sprechen Sie mit Ihrem Dienstleister oder Ihrer Agentur, ob das derzeitige Server-Setting dem erhöhten Ansturm zur Weihnachtszeit standhalten kann. Nichts ist für einen Kunden nerviger, als eine langsame Webseite.

 

In diesem Sinne, erfolgreiche Weihnachten.

Ihr Michael Bröske