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Adobe Summit 2022

Adobe Summit 2022: Die Customer Experience im Fokus

Beim Adobe Summit dreht sich alles um die neuesten Entwicklungen bei der Adobe Experience Cloud, zu der auch das Shopsystem Adobe Commerce gehört. 2022 standen die immer stärkere Personalisierung im E-Commerce und Künstliche Intelligenz im Fokus. Welche Tools bietet Adobe hierfür und worauf können sich Nutzer künftig einstellen?

 

Auf drei „Tracks“ in die Zukunft

Einmal im Jahr stellt Adobe auf dem Event des Adobe Summit neue Entwicklungen für die Produkte seiner Adobe Experience Cloud vor. Auch eine Roadmap für die Vorhaben der kommenden Jahre wird präsentiert. In mehr als 200 Sessions informieren sich Marketer, Entwickler und Onlinehändler über die Adobe-Anwendungen. Für den E-Commerce ist der Adobe Summit schon deshalb interessant, weil das beliebte Shopsystem Adobe Commerce ein zentraler Bestandteil der Experience Cloud ist. Beim Summit 2022 standen drei Themenfelder (Tracks) im Vordergrund, die alle die Zukunft der Customer Experience bestimmen und durch Anwendungen aus der Experience Cloud das Shoppingerlebnis der Kundschaft optimieren.

So befasste sich Adobe in einem Track unter dem Schlagwort „Personalized Commerce“ mit der Individualisierung von Angeboten, etwa durch Künstliche Intelligenz (KI) oder Virtual Reality (VR). Das effiziente Management von Kundendaten und dem daraus abgeleiteten Content fällt in diesen Bereich. Den zweiten Track des Summit bildete die Ausgestaltung der Customer Journey als Gesamterlebnis aus digitaler und analoger Shoppingwelt: Wie kann das Kundenverhalten im B2C besser analysiert und im Omnichannel-Marketing bedient werden? Track Nummer drei galt dem Digital Commerce an sich: Wie können E-Commerce-Anbieter die heutigen Möglichkeiten der Automatisierung nutzen und Workflows zwischen einzelnen Tools verbessern? Ferner wurden die Datensicherheit und das Entwicklungsumfeld als Ökosystem thematisiert.

 

Trichter der individuellen Ansprache

Es ist inzwischen kaum noch ein echtes Geheimnis des Onlinehandels, dass es zunehmend um das individuelle Erlebnis rund um die Produkte geht als um diese selbst. In dem Zusammenhang verwies Adobe beim Summit zum einen darauf, dass beim Platzhirsch Amazon inzwischen etwa 35 Prozent der Verkäufe durch personalisierte Empfehlungen zustande kommen. Zum anderen kam eine Statistik der Marktforschung von Gartner zur Sprache. Danach erreicht ein Großteil der Unternehmen, die Künstliche Intelligenz im Digital Commerce einsetzen, in punkto Umsatz, Kostenersparnis und Kundenzufriedenheit deutliche Zuwächse von mindestens 25 Prozent. Insofern liegt es nahe, auf eine gezielte Strategie bei der Personalisierung zu bauen. Adobe empfahl eine Art Trichter, der von einer generellen Personalisierung bestimmter Gruppen bis hin zur Ansprache einzelner Individuen reicht:

Personalized Commerce

Von der Basis-Personalisierung verdichtet sich der „Trichter“ fortlaufend, bis hin zur speziellen Eins-zu-Eins-Ansprache der Konsumenten. Quelle: Adobe/netz98

Es geht bei diesem Konzept um eine sukzessive Verfeinerung der Kundenansprache, die für signifikante Steigerungen der Conversion Rate, der Einnahmen und des durchschnittlichen Bestellwertes sorgt. Dabei helfen in den einzelnen Schritten KI-Anwendungen weiter – im Portfolio der Experience Cloud sorgt Adobe Sensei für automatisierte Unterstützung.

 

Mit Adobe Commerce personalisieren

Dieses intelligente Tool bildet zum Beispiel die Basis für zwei Features, die im Sinne der Personalisierung Herzstücke von Adobe Commerce darstellen: Adobe Product Recommendations und Adobe Live Search. Ihre Verwendung ist für Adobe Commerce-Kunden kostenfrei und kann individuell an das jeweilige Shop-Frontend angepasst werden. Product Recommendations dient dazu, auf Verhaltens- und Katalogdaten basierende Empfehlungen automatisiert an Kunden auszuspielen. Allerdings können Shopbetreiber auch manuell bestimmte Produkte in einem Up-Ranking nach oben pushen – quasi als Fine-Tuning.

Adobe Live Search dagegen bietet eine KI-getriebene Suchfunktion, die direkt in das Frontend von Shops auf Adobe Commerce-Basis integriert werden kann. Auch bei den Suchergebnissen, die Kunden über diese Funktion angezeigt bekommen, hat der Shopbetreiber die Möglichkeit, bestimmte Produkte nach oben zu stellen. Ergänzt wird Live Search durch eine automatische Vervollständigung von Suchbegriffen und KI-gestützte Vorschläge alternativer Suchbegriffe. Diese Prozesse laufen nahezu in Echtzeit ab.

 

Roadmap für Product Recommendations und Live-Search

Beim Adobe Summit hat der Software-Anbieter innerhalb der Roadmap bis 2023 Erweiterungen für beide Tools angekündigt: beispielsweise Update-Funktionen einzelner Features, die nahtlos durchgeführt werden können und nicht mehr auf ein großes Systemupdate von Adobe Commerce angewiesen sind. Außerdem werden mehr Features für den B2B-Bereich hinzugefügt. Darunter finden sich nach Kundenkreisen segmentierte Produktkataloge und eine individuelle Preisgestaltung, analog zur zweiten Stufe des Personalisierungstrichters. Ebenso werden Administratoren von Adobe Commerce detailliertere Informationen als Entscheidungshilfen zur Verfügung gestellt und die Optionen zum Festlegen von Produktattributen erweitert. Bislang wurden lediglich Standardattribute unterstützt, künftig sollen auch kunden- bzw. projektspezifische Attribute möglich sein – etwa die Bezeichnung „Kollektion“, wenn ein Artikel zu einer bestimmten Serie gehört.

 

Experience Manager sichert Smartes Shoppingerlebnis

Neben diesen Tools zur Personalisierung von Adobe Commerce bietet Adobe innerhalb der Experience Cloud noch eine weitere zentrale Anwendung, durch welche die Customer Journey zu einem Erlebnis wird: Der Adobe Experience Manager ist eine feste Größe im Portfolio und wurde auf dem Summit entsprechend seiner Konnektivität mit Adobe Commerce vorgestellt. Kernfunktion des Experience Manager ist das Content Management hinter einem Onlineshop, in doppelter Hinsicht: Einerseits geht es bei den Experience Manager Assets um die Content-Verwaltung als solche, bei der Produktbilder, Texte und Videos erstellt und bearbeitet werden. Andererseits deckt das Tool Experience Manager Sites die Optimierung der Inhalte für die einzelnen Ausspielkanäle ab, etwa das Gestalten von Templates für Webseiten und Apps.

Beide Anwendungsbereiche werden wiederum durch KI unterstützt. Über einen Out-of-the-box-Connector zu Adobe Commerce können Elemente aus dem Shopsystem nahtlos in den Experience Manager zum Anpassen überspielt werden. Eine Frontend-Vorschau für die Content-Verantwortlichen ist ebenso möglich wie die Auslieferung des Contents über eigene Templates des Experience Managers oder per API-Schnittstelle in einer eigens erstellten Frontend-Anwendung. Dies ist entscheidend, wenn Händler einen Headless-Ansatz wünschen. Überdies kann der Experience Manager mit den Funktionen der Product Recommendations kombiniert werden, etwa indem sich Bilder empfohlener Produkte individuell bearbeiten und direkt an den Kunden ausspielen lassen.

 

Kompositionen für passgenaue Anforderungen

Als einen neuen Entwicklungsansatz für sein E-Commerce-Portfolio stellte Adobe auf dem Summit 2022 schließlich Composable Commerce vor. Dieser soll künftig den Nutzern aus dem Handel mehr individuelle Auswahl- und Kombinationsmöglichkeiten aus bzw. zwischen den Tools der Experience Cloud bieten. Zunehmend spezifizierte Geschäftsanforderungen und ein getriebener Markt machen es nötig, dass E-Commerce-Firmen flexibler und unabhängiger von Adobe Commerce als monolithischem Shopsystem sein müssen. In diesem Sinne hat Adobe mit seinen Microservices eigenständig programmierte Einzelanwendungen für bestimmte Aufgaben entwickelt, die sich schnell mit der vorhandenen IT-Infrastruktur verbinden lassen, ohne auf Adobe Commerce als Ganzes angewiesen zu sein.

Beispiele für diese Microservices sind die bereits vorgestellten Anwendungen Product Recommendations und Live Search, aber auch proprietäre Dienste wie ERP-Dokumente zählen dazu. Sie alle haben für Adobe Commerce-Kunden den Vorteil, dass sie sich ohne größeren Aufwand aktualisieren lassen. Zudem verringern sie auch den Aufwand für Adobe Commerce an sich, da nicht genutzte Services keine Updates mehr brauchen. Teilweise hat Adobe mehrere Microservices zu einer buchbaren Einheit zusammengefasst, doch mittels der API-Standardschnittstelle bleiben sie flexibel anbindbar an vorhandene Systeme. Dazu trägt ferner die hauseigene Middleware Adobe I/O bei, die externe Dienste mit Adobe-Diensten verknüpft.

 

Roadmap für Experience Manager und Composable Commerce

Damit E-Commerce und Content künftig perfekt verzahnt werden können, plant Adobe in der Roadmap für den Experience Manager bis 2023 zum Beispiel eine Out-of-the-box-Integration für das Frontend von Adobe Commerce. Auch der Support für die Verbindung zu Interfaces von Drittanbietern, etwa Hyvä, soll ausgebaut werden. Auf Seiten des Composable Commerce Konzepts plant Adobe Erweiterungen, die das System zukunftsfähig machen sollen. Zugleich betonte der Softwareanbieter aber auf dem Summit, dass alle bestehenden Dienste erhalten bleiben und sich die Unternehmenskunden nicht nach Alternativen umsehen müssen.

 

Neue Versionslogik bei Adobe Commerce

Um den Aufwand für Upgrades von Adobe Commerce zu verringern, hat der Softwarehersteller ferner auf dem Summit eine neue Versionslogik präsentiert, die Ende März 2022 gelauncht wurde. Es geht darum, den Zeitraum für Entwicklungen einzelner Features durch ein überarbeitetes Release-System zu verkürzen. Dafür stellte Adobe drei Maßnahmen vor:

  • Im Patch Release geht es drei Mal im Jahr um die Aspekte Security, Compliance und hoch priorisierte Bugs.
  • Je nach Bedarf kann zudem ein separater Security Patch durchgeführt werden, der kurzfristig Compliance-Probleme behebt.
  • Neue Funktionen werden in Zukunft als eigenständige Feature Releases Dadurch gibt es weniger direkte Auswirkungen auf Adobe Commerce, womit sich beim Update Zeit und Geld sparen lassen.

Insgesamt wurde auf dem Adobe Summit deutlich: Dank der großen und flexiblen Produktpalette der Adobe Experience Cloud können E-Commerce-Firmen für jeden Anwendungsfall auf das passende Tool oder die benötigte Funktion zugreifen. Somit sind sie bestens gewappnet für die individualisierte und automatisierte Zukunft des Business.

 

Bild: Adobe

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