eBay Integration und Open Source Version bleibt erhalten!

Bevor ich näher darauf eingehe, was in Magento 2 alles neu ist, möchte ich kurz zwei Punkte darstellen, die – zum Glück – beim Alten bleiben werden:

Da ist zum einen die tiefe Integration von Magento in der eBay Familie. Magento und PayPal werden damit weiter eine Schlüsselrolle in der Strategie von eBay spielen und durch die Verknüpfung mit den unterschiedlichen eBay-Angeboten wird im E-Commerce über kurz oder lang kaum mehr ein Weg an Magento als Plattform vorbeiführen. Das zeigt auch der jüngste Tom Robertshaw eCommerce Survey: Unter den Top 100.000 Webseiten des Alexa Rankings hat Magento einen Marktanteil von 30 Prozent. Außerdem wird die Magento Enterprise Edition weiterhin parallel zur Open Source Version Community Edition eine entscheidende Rolle im Bereich professioneller E-Commerce-Plattformen spielen. Mit ihren rechtlichen, technologischen und wirtschaftlichen Vorteilen gegenüber der Community Edition bleibt sie die flexible, hochskalierbare Lösung für E-Commerce-Anbieter.

 

Das ist neu: jQuery, Unittests und PHP 5.5

Davon abgesehen hat sich derart viel getan, dass der Schritt zu einer neuen Versionsnummer auch vollkommen gerechtfertigt ist: Magento 2.0

… aktuelle Beiträge zu Magento 2 :

Vorab bekannt gewordene Neuerungen wie der Wechsel der JavaScript Bibliothek von Prototype zu jQuery, umfangreiche mitgelieferte Unittests sowie der Support von PHP5.5 wurden auf der Imagine 2014  bestätigt. Damit ist auch klar, dass Qualität und Stabilität weiter in den Vordergrund rücken. Die Unterstützung von PHP5.5 ermöglicht sogar einen riesigen Fortschritt im Entwicklungskonzept: Magento 2 arbeitet nun auf dem Zend Framework 2 und führt damit unter anderem Dependency Injections ein. Das Wort „Injection“ hat hier nun nichts mit dem Ausnutzen von Sicherheitslücken zu tun. Es wird vielmehr die Struktur und der Aufbau von Magento auf ein neues Level gehoben und das modulare Entwickeln deutlich unterstützt.

 

Doch was genau bedeuten diese Änderungen für die verschiedenen Benutzergruppen?

 

Shopbetreiber

Für die Shopbetreiber glücklicherweise nichts. Magento 2 ist genau wie Magento 1 eine hervorragend skalierbare E-Commerce Lösung. Wer sich als Shopbetreiber ins Backend einloggt, wird lediglich eine geänderte Optik und nochmals verbesserte Usability erleben. Funktional und vom Aufbau her bleibt alles gleich. Die Oberfläche sieht vielleicht leicht anders aus, aber es wird keine Überraschungen geben. Damit entsteht auch kein erneuter Schulungsbedarf und die Produkte lassen sich wie gehabt einstellen oder bearbeiten.

Durch die tiefe Integration von Magento und PayPal in eBay entstehen aber neue Möglichkeiten. So wird die PayPal Integration deutlich verbessert und erweitert, indem weitere PayPal Dienste – vor allem Braintree Payments mit seiner Abo-Commerce-Lösung und Billsafe Rechnungskauf – integriert werden. Aber auch die Interaktions- und Auswertungsmöglichkeiten für das Marketing sollen in Magento 2 stärker gewichtet werden, sodass Shopbetreiber ihre Kunden noch besser, individueller und einfacher ansprechen und bedienen können. Shopbetreiber können sich also bedingungslos über die neue Version freuen.

 

Frontendentwickler

Für Frontendentwickler kommt der lang erwartete und heiß ersehnte Umstieg auf die JavaScript Bibliothek jQuery, und Magento stellt ihnen nun auch ein Basis-Responsive Template zur Verfügung. Dadurch wird es einfacher, für Mobilgeräte optimierte E-Commerce-Seiten anzubieten, mit denen Unternehmen die Gruppe der umsatzstarken „Couch Surfer“ besser ansprechen können. Durch neue Testmöglichkeiten bezüglich der Frontendperformance ist es uns in Zukunft auch möglich, gemeinsam mit unseren Kunden Performance-Standards festzulegen und diese regelmäßig durch einheitliche Tests zu prüfen. Damit entsteht für den Kunden eine bessere Transparenz im Bereich Seitenperformance.

 

Backendentwickler

Auf die größten Umstellungen werden die Backendentwickler stoßen. Der Umstieg auf das Entwicklungskonzept mit Dependency Injections ist kein leichter Schritt, er wird aber die Professionalisierung in der Magento Entwicklung und damit auch die Gesamtqualität drastisch anheben. Bei seinem Erscheinen war Magento 1 mit seiner damals sehr modernen Softwarearchitektur bereits eine Herausforderung für Entwickler. Diese Hürde wird mit Magento 2 nochmals angehoben. Und ja, wegen der Einführung der Dependency Injection sind die Extensions für Magento 1 nicht mehr kompatibel zur Magento 2 Version.  Aber das ist kein Nachteil – ganz im Gegenteil: Es zeigt, dass sich die Entwicklung von Software in PHP zu einem ernstzunehmenden Standard entwickelt hat, der auch mit einer „Profisprache“ wie Java mithalten kann.

Das zeigt auch die strenge Anwendung der CodingStandards PSR-0, PSR-1, and PSR-2 PHP.

 

magento2-grafik

 

Die Einführung von Service Layern wird darüber hinaus die Wiederverwertbarkeit von Logiken sowie die Modularität und Erweiterbarkeit verbessern. Dadurch werden langfristig Entwicklungskosten gesenkt. Ganz wichtig wird das Thema aber bei der Einbindung von externen Systemen, wenn zum Beispiel SAP ERP oder Microsoft Dynamics fließend an die E-Commerce Plattform angebunden werden sollen. Da durch die Service Layer die Templates und die Business Logik strikt getrennt werden, kann sichergestellt werden, dass sich die APIs mit Fremdsystemen genauso verhalten, wie das System auf der E-Commerce Plattform selbst.

 

Wer diese Themen noch vertiefen möchte, dem lege ich Alan Kents Blog  nahe, insbesondere die beiden Beiträge Magento 2 Modularization und Magento 2 Service Layer.