Eigentlich verfolgen wir im Regalsprecher den Vorsatz, nüchtern und sachlich über E-Commerce und Magento-Themen zu berichten. Heute gelingt uns das nicht. Tim Hahn, Geschäftsführer von netz98 und Ralf Lieser, Head of Quality Management, waren auf der MagentoLive Australia 2015 und berichten exklusiv von dem Tag, an dem Magento 2 veröffentlicht wurde.

 

Nur selten hat man das Gefühl, an etwas wirklich Besonderem teilzunehmen, etwas Großes mit vielen teilen zu können. Als Mark Lavelle in seiner Keynote auf der MagentoLive vor etwa 200 Zuhörern von der Unabhängigkeit Magentos sprach und tosender Beifall aufbrandete, war allerdings ein solcher Moment. Die Freude über die neue Freiheit und der Vorsatz, sie auch zu nutzen, waren Mark Lavelle bei aller Professionalität deutlich anzusehen, und alle im Auditorium haben es ihm gedankt. Getrennt von eBay aber bereits mit Magento 2 am Start, kann das Softwareunternehmen nun endlich das tun, was man von ihm erwartet: den …

 

E-Commerce revolutionieren

 

Es geht nicht mehr darum, nur Shops zu entwickeln, sondern den Handel zu digitalisieren: Magento soll die weltweit führende Omnichannel Enterprise Plattform werden.

 

Mit Magento 2 hat das Unternehmen dafür im E-Commerce-Bereich eine technologisch einzigartige Plattform geschaffen – aktuell gibt es einfach nichts Besseres am Markt. Als wichtigstes Asset kann Magento Commerce aber auf das größte Ökosystem im E-Commerce bauen: 70.000 Entwickler, davon 5.200 zertifiziert, mehr als 300 Agenturpartner, Erfahrung aus mehr als 250.000 Shops. An solche Zahlen reicht mit Abstand kein anderes Shopsystem heran.

 

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Neue Plattform – die Magento Omnichannel Commerce Suite

Ein reiner Onlinehandel geht jedoch mittlerweile am Marktbedürfnis vorbei. Magento hat dies erkannt und ist dabei, seine Omnichannel Commerce Suite in den Markt bringen. Wir haben bereits letzte Woche darüber berichtet. Noch ist eine nahtlose Integration von Online und Offline im Handel kaum Realität. Das größte Hindernis sind die Vielzahl unterschiedlicher Technologien, die als separate Silos nebeneinander bestehen und ein ganzheitliches Management  von Beständen, Bestellungen, Versand und Verrechnung verhindern. Genau hier setzt Magento mit seiner Suite an.

 

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Paul Boisvert, Vice President of Product Management bei Magento, wies später noch einmal darauf hin, dass eine solche Omnichannel-Strategie aber nicht ohne das Magento-Ökosystem erfolgreich sein kann. Nicht zuletzt, um auch bei der Umsetzung von Omnichannel-Projekten agil auf die jeweiligen individuellen Anforderungen der Händler reagieren zu können.

 

Magento Omnichannel Commerce Plattform

 

Eher doch eine Evolution

Klar ist aber auch, dass ohne eBay bzw. eBay Enterprise vieles nicht erreicht worden wäre. Das Wachstum der letzten Jahre, die Marktdurchdringung mit durchschnittlich 30 Prozent und auch die technologischen Grundlagen für die jetzige Ausrichtung auf den Omnichannel-Commerce (die Lösungen für das Ordermanagement, das Store Fulfillment sowie die Retail Commerce Suite als Service-Tool für den POS). All das sind Ergebnisse, die gemeinsam mit eBay erreicht wurden. Man trennt sich daher in aller Freundschaft und Magento Commerce startet nicht bei null, sondern denkt mit der Omnichannel-Strategie nur konsequent weiter, was bei eBay schon angelegt war, aber nicht effektiv umgesetzt werden konnte.

 

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Was ändert sich für Händler und Partner mit Magento 2?

Besonders spannend waren für uns auch die Einschätzungen der außereuropäischen Partner und Magento-Nutzer. Paul Keen, der CIO der australischen Elektronikkette Dick Smith, hob nochmals die Professionalität und besondere Mentalität der Magento Community hervor. Die Freude und Leidenschaft seien einzigartig – das können wir nur unterschreiben. Es war aber auch eine gewisse Unsicherheit bei Händlern und Partnern spürbar. Allen ist klar, dass der Wandel nicht mit der neuen Software und einer weiterentwickelten Strategie abgeschlossen ist. Was kommt noch auf die Magento-Nutzer zu? Wie entwickelt sich das Lizenzsystem? Welche Aufwände und Kosten entstehen beim Wechsel von 1 auf 2? Wie können kleinere Agenturen den Paradigmenwechsel bewältigen?

Nicht auf alle Fragen gibt es jetzt schon erschöpfende Antworten. Aber einen Ausblick auf die nächsten Monate kann man bereits wagen:

  • Für kleinere Agenturen könnte es tatsächlich schwer werden, da sie womöglich nicht über die nötigen zeitlichen und personellen Ressourcen verfügen, um sich neben dem Tagesgeschäft ausreichend mit Magento 2.0 zu befassen.
  • Beim Lizenzsystem ist klar, dass es zu Anpassungen kommen muss, um wettbewerbsfähig zu sein.
  • Magento 2.0 wird in den kommenden Monaten kontinuierlich weiterentwickelt, so dass bald mit der 2.1 zu rechnen ist.
  • Aus Magento Connect wird der Magento Marketplace – mit einem manuellen Qualitätsmanagement für alle Extensions.
  • Die Kosten sind – Einzelfälle außen vorlassend – höher als bei einem normalen Versionsupdate.
  • Der Total Cost of Ownership wird bei Magento 2.0 Systemen aber geringer sein – nicht zuletzt durch die hohe Qualität der Software.

Und, hierbei waren sich absolut alle einig – mit Magento 2.0 wird man auf das zukunftsfähigste Shopsystem im Markt setzen.