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27. April 2021 von in E-Commerce Trends

Grüne Webshops: Performance Optimierungen für Nachhaltigkeit

Performance Optimierungen werden gerne als Maßnahme genommen, um das Nutzererlebnis zu verbessern oder die SEO-Bewertung zu erhöhen. Jedoch wird dabei oft ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt vergessen: Performance Optimierungen können dafür sorgen, dass eine Website weniger Energie verbraucht und damit nachhaltiger für unsere Umwelt ist.

 

Das Internet hat Einfluss auf alles – auch auf das Klima

Bei dem Gedanken an das Thema Performance Optimierung kommt sehr schnell das Bild eines PS-protzenden Sportwagens in den Kopf, der mit einem sehr starken Motor ausgestattet ist. Dabei könnte die Leistung noch gesteigert werden, indem ein größerer Motor verbaut wird. Nichtsdestotrotz gibt es weitere Variablen wie die Aerodynamik und das Gewicht, die auch angepasst werden müssen, um möglichst viel herauszuholen. Selbiges gilt auch für jede Website oder Webshop. Natürlich können wir auf skalierbare und performante Cloud-Umgebungen setzen und damit die Performance verbessern – das hat jedoch seine Grenzen und wir müssen uns effizientere Wege überlegen. Zum Beispiel indem die Menge der verschickten Daten reduziert wird, was in unserem Beispiel des Sportwagens dem Gewicht entsprechen würde. Wo Datenmengen eingespart werden, wird auch weniger Energie verbraucht – und je weniger Energie verbraucht wird, desto mehr profitiert die Umwelt davon. Dieser Ansatz ist einer der wichtigsten Faktoren zum Themenkomplex Nachhaltiger E-Commerce, denn jedes Unternehmen kann etwas dafür tun.

 


Wieso sollte auch der E-Commerce nachhaltig sein?


Bei all den Vorteilen der Digitalisierung wird oft unterschätzt, dass das Internet zu den größten Energiefressern des Planeten gehört – und der E-Commerce hat einen nicht unwesentlichen Anteil daran. Allein der Stromverbrauch des Internets mit all seinen Servern und angeschlossenen Rechnern und den dementsprechend nötigen Kühleinheiten machte laut einer Studie schon im 2012 etwas 4,6 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs aus. Auf ein Land gerechnet wäre der Energieverbrauch des Internets weltweit auf Platz 6 – hinter so bevölkerungsreichen Ländern wie etwa China, USA und der gesamten EU. Allein eine einzige Suchanfrage über ein Smartphone löst eine gewaltige Kette an Server-Anfragen aus, deren Stromverbrauch nur schwer messbar ist. Der Treibhausgas-Ausstoß, der durch diesen beträchtlichen Verbrauch verursacht wird, ist inzwischen so hoch wie der weltweite Flugverkehr. Die Digitalisierung ist also alles andere als klimaneutral und muss dementsprechend reguliert werden. Zum Beispiel unter anderem mit Optimierungen, die energiesparender sind.


 

Was macht Webshop Optimierungen “grün”?

Um Performance zu optimieren, gibt es mehrere Möglichkeiten.  Bei der Umsetzung sollte immer die bekannte 80/20-Regel im Auge behalten werden. Denn oft haben kleinste Änderungen eine vergleichsweise große Wirkung.

Sehr vielversprechend ist dabei die Infrastruktur für große Dateien zu optimieren. Dies sind im Falle eines Onlineshops Bilder und Videos. Hier kann ein CDN (Content Delivery Network) eingesetzt werden. Dabei werden Bilder und Videos von mehreren global verteilten Servern bezogen. Das sorgt bei diesen großen Dateien dafür, dass die Wege verkürzt werden, was zu schnelleren Ladezeiten führt. Ein kürzerer Weg ist immer effizienter, das gilt auch im digitalen Bereich.

Eine weitere Möglichkeit ist die zu transportierenden Daten zu komprimieren. Dies kann dadurch geschehen, indem Bilder komprimiert und JS-Dateien gebündelt und die CSS minifiziert werden.

Das Bauelement eines Servers, dass am meisten Energie verbraucht, ist die CPU. Umso weniger diese beansprucht wird, desto weniger Energie wird auch verbraucht. Als gängigste Methode kann Caching Abhilfe schaffen. Beim Caching werden bereits berechnete Ergebnisse zwischengespeichert und können sofort ausgeliefert werden. Eine weitere Methode ist es, den Quellcode zu analysieren und zu optimieren. Idealerweise passiert dies natürlich bereits schon bei der Entwicklung.

Kategorisierung der Maßnahmen

  1. Infrastruktur verbessern -> CDN
  2. Seiten Download verkleinern -> Bilder Optimierung, CSS / JS Bundling
  3. Effizienter Code / Caching -> CPU weniger auslasten
  4. Minimalismus (Sachen weglassen)

Bei allem gilt die Devise: Was nicht genutzt wird, kann weg. Dabei sollte auch jedes Feature auf den Prüfstand kommen und die Frage gestellt werden, ob der Kunde es wirklich braucht. Das Shopsystem Magento kommt zwar von sich aus mit sehr vielen Funktionalitäten daher, aber es werden beispielsweise nicht alle B2B-Features in einem B2C-Shop gebraucht.

Und nachhaltige Performance-Optimierungen haben noch weitere Vorteile, ganz abseits des grünen Fußabdrucks für einen Shopbetreiber:

 

Grünes Marketing

Was häufig unterschätzt wird ist, dass eine solche grüne Maßnahme sich auch gut vermarkten lässt. Das Thema Klimawandel betrifft alle und wird mit jedem zusätzlichen Grad wichtiger für unsere Gesellschaft – insbesondere für die kommenden Generationen. Dementsprechend haben Optimierungsmaßnahmen nicht nur einen positiven Effekt aus technischer Sicht, sondern lassen sich auch gut im Marketing für das Image einer Marke einsetzen.

 

CO2-Neutralität

Der Streamingdienst Netflix sorgte für Aufsehen, als er angekündigte, dass das gesamte Unternehmen ab 2022 klimaneutral sein will – und das obwohl Netflix als einer der Marktführer für Video-Streaming mit all seinen Servern einen großen Anteil an der weltweiten CO2-Emission durch das Internet hat. CO2 Neutral bedeutet, dass ein Unternehmen genau so viel CO2 einspart wie es verbraucht. Eine solche Agenda findet sich bereits auch schon bei Branchengrößen wie Bosch, Amazon und SAP. Natürlich stammen die meisten CO2-Emissionen aus Lieferketten, aber dennoch ist der Onlineshop eine nicht zu unterschätzende Stellschraube mit der C02 eingespart werden kann.

 

Wie lässt sich das am besten umsetzen?

Es kann Strom gespart werden mit jedem Bit das nicht durch das Internet transportiert wird. Alle Informationen, die nicht unnötig an den Nutzer verschickt werden, sparen damit auch wertvolle Zeit. Jede Information die schneller gecached zur Verfügung steht, muss nicht erneut berechnet werden und spart damit auch wertvolle Prozessor-Taktzyklen. Komprimierte Bilder und Videos sind eine weitere Möglichkeit. Kommen dazu noch zusätzlich CDNs zum Einsatz, wird zu der zu transportierenden Datenmenge auch noch der Weg verkürzt, den diese große Dateien zurücklegen. Da die Optimierung bei jeder Abfrage greifen, skaliert das Ganze auch noch sehr schnell.

Gerade beim Onlinehandel wird oft vergessen, wie komplex die dahintersteckende Infrastruktur ist, weil sie im Prinzip nicht sichtbar ist. Trotzdem stellt mit dem steigenden Wachstum des Onlinehandels die Nachhaltigkeit einen Faktor dar, der nicht vergessen werden sollte und sich obendrein noch gut verkaufen lässt.

 

Bild: freepik

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