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E-Commerce Trends 2020
24. Januar 2020 von in E-Commerce Trends

Das sind die Trends im E-Commerce 2020

Wie jedes Jahr stehen wieder neue Technologien und Ansätze im Rennen um die top E-Commerce-Trends in den Startlöchern. Sind tatsächlich alle Anwärter neu? Oder sind auch alte Bekannte zu finden? Wir verraten, was die Zukunft im E-Commerce bringt.

 

Alte Tugenden sterben nicht

Eins lässt sich vorwegnehmen: In unserer Liste der E-Commerce Trends 2020 tummeln sich nicht nur aufstrebende Technologien, sondern auch recht konservative Ansätze, die sich auf den ersten Blick nicht als Trends identifizieren lassen. Dies hat recht unterschiedliche Gründe: Früh genug Trends zu erkennen und in solche zu investieren ist das Eine. Aber in dem extrem schnell wandelnden Markt des E-Commerce nicht die wesentlichen Dinge, wie eine solide Sicherheitsstruktur aus den Augen zu verlieren, ist das Andere. Viele Unternehmen haben das erkannt und wollen im noch jungen Jahr 2020 vermehrt in Security-Belange investieren. Und das bringt uns direkt zu Punkt eins in unserer Liste.

 

Sicherheit geht vor

Dass Sicherheit in der zweiten Dekade des 20. Jahrhundert tatsächlich ein „Trend“ ist, müsste eigentlich bedenklich sein. Genauer betrachtet ist das aber nur die logische Konsequenz und das Resultat eines sehr schnelllebigen Marktes, wie es der E-Commerce ist. Dadurch dass sich immer mehr neue Verkaufskanäle und Technologien im E-Commerce etablieren (z.B. Mobile Payment oder Social Commerce), sind die Shopbetreiber gezwungen, auch ihre Security-Infrastruktur entsprechend anzupassen. Dies bestätigt auch eine Studie von divante und KANTAR:

In vielen Ländern, in denen der E-Commerce besonders erfolgreich ist (unter anderem USA, UK, Deutschland) investierten der Studie zufolge bereits 2019 die Hälfte aller E-Commerce-Unternehmen hauptsächlich in die Sicherheit. Und das soll noch ausgewertet werden. Für 2020 steht Sicherheit mit 21 % auf Platz 1 der am meisten im Fokus stehenden E-Commerce-Investitionen.

 

Das Spektrum verbreitern mit Social Commerce

Der Ansatz, die Sozialen Medien als weiteren Verkaufskanal zu nutzen, ist zugebenermaßen ebenfalls nicht neu – aber jetzt erst scheint ein Durchbruch gelungen zu sein. Das ist daran zu erkennen, dass viele E-Commerce-Plattformen jüngst eine Anbindung von Social Media Profilen als direkten Verkaufskanal ihrem Portfolio hinzugefügt haben. Magento, die E-Commerce-Sparte von Adobe, hat mit Magento Social einen ganz eigenen Produktkatalog diesem Thema gewidmet.

Warum ist das auch für Shopbetreiber und Unternehmen interessant? Aus zwei eindeutigen Gründen: Zum einen ist da die gigantische Menge an potentiellen Neu- und Stammkunden. Der Konzern Facebook allein verfügt mit seinen Diensten Instagram und WhatsApp über insgesamt 2,8 Milliarden Nutzer. Zum anderen an den nahezu grenzenlosen Möglichkeiten der Produktpräsentation. Durch die multimediale Natur von Sozialen Medien lässt sich auf alle Ressourcen zurückgreifen, die das Marketing hergibt. Zum Beispiel kann Bekleidung direkt auf dem Produktbild mit einem Verkaufslink versehen werden, durch Video- und Werbekampagnen innerhalb des Netzwerks lässt sich ein ganzer Cornerstone-Bereich um ein Produkt aufbauen.

Social Commerce ist die Lösung zur Umsetzung einer kompletten 360-Customer-Journey, wie es sich viele Unternehmen wünschen. Sogar Trends gegenüber eher verschlossenen Deutschland ist laut Statista eine deutliche Tendenz erkennbar. Allein 59 % der Befragten halten Social Commerce für „einen interessanten Trend“.

Umfrage Potential Social Selling / Quelle: Statista 2018

 

Mehr Möglichkeiten mit Headless

Eine Technologie, die seit ca. zwei Jahren immer wieder durch E-Commerce-affine Kreise geistert, ist der Headless-Ansatz. Auch wenn dieser Ansatz „kopflos“ schon als Namen trägt, bewirkt er genau das Gegenteil: Dadurch, dass bestimmte Technologien von ihrem „Kopf“ getrennt werden, ergeben sich viel mehr und vor allem performantere Möglichkeiten für Shopbetreiber. Denn so lassen sich die besten Teile jeder einzelnen Technologie rauspicken und zu einem größeren, besseren und schnelleren Ganzen zusammenfügen.

Das heißt im Klartext: Unternehmen sind aufgrund bereits vorhandener Systemlandschaften in ihrer Wahl für die passende E-Commerce-Plattform nicht mehr durch Kompatibilitäts-Fragen limitiert. Ein aufwendiger Software- bzw. Systemumstieg ist nicht mehr erforderlich und so hat jedes Unternehmen die Möglichkeit, seinen E-Commerce-Sektor genau nach den Vorstellungen und Wünschen aufzubauen.

Das Problem, was diese Technologie allerdings bisher hatte: Die Vorteile waren in ihrer Gänze eher den Entwicklern der Shopsysteme bewusst, nicht aber deren Kunden, also den Shopbetreibern selbst. Das hat sich mittlerweile aber geändert, denn durch so komplexe Verkaufskanäle wie Omni-Channel werden die Vorteile von Headless jedem klar, allen voran den besagten Shopbetreibern. Durch Headless ist es egal, welches Endgerät der Kunde benutzt und auf welche Technologien er setzt. Es eröffnen sich mannigfaltige, neue Möglichkeiten für Unternehmen, ihre E-Commerce-Präsenz zu konzipieren – gerade auch im Hinblick auf die zunehmende Fixierung des Marktes auf mobile Endgeräte. In diesem Zusammenhang ist Headless auch ein wesentlicher Teil des nächsten Trends aus der Liste: Den Progressive Web APPs.

 

Progressive Web Apps (PWA) als Non plus ultra des Internets

In unserm Blog haben wir uns dem Thema bereits mehrmals gewidmet, da auch besonders Magento mit seinem PWA Studio einen sehr großen Fokus auf diese Technologie legt.

PWAs sind eigentlich schon viel mehr als „nur“ ein Trend, denn es ist jetzt schon ganz klar, wohin die Entwicklung dieser Technologie geht.

Trotzdem sollte hier noch einmal erwähnt werden, dass Progressive Web Apps mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Wahrnehmung und Nutzung des Internets – weit über die Grenzen des E-Commerce hinaus – beeinflussen werden. Mobile Geräte sind teilweise jetzt schon viel wichtiger als der klassische PC und die Entwicklung geht in großen Schritten in Richtung „mobile only“. Auch da werden PWAs eine entscheidende Rolle spielen, da die Vorteile sehr markant sind:

Dieser Hybrid aus Website und nativer App ist so konstruiert, dass Webseiten sich als App installieren lassen und so die native App obsolet machen. Durch eine ausgeklügelte Caching-Struktur laden Webseiten zudem bis zu 10mal schneller und sind sogar offline verfügbar – mit allen Funktionen einer App, wie Standortermittlung und Push-Mitteilungen. Warum das gerade auch für den E-Commerce ein Game Changer sein wird, liegt auf der Hand.

Hinzu kommt: Wie bereits beim Thema Headless erwähnt, sind PWAs nicht nur für Mobilgeräte interessant. Denn durch die endgerät-unabhängige Struktur lassen sich Progressive Web Apps theoretisch auf allen vorstellbaren elektronischen Geräten installieren, zum Beispiel auf einem Bordcomputer im Auto oder sogar einem Kühlschrank. So müssen Shopbetreiber keine Zeit- und Entwicklungskosten mehr in einen Multi-kompatiblen Webshop stecken, die Bereitstellung einer PWA-Seite reicht völlig.

 

Mobile Payment: Auch Geschäftskunden zahlen per Smartphone

Im Zuge des bereits erwähnten Umschwungs auf „Mobile Only“ wird auch das Thema Zahlungsmittel im E-Commerce eine immer größere Rolle spielen. Was vor allem im B2C schon gang und gäbe ist, erhält auch im industriellen Markt des B2B immer mehr Einzug. Kunden kaufen zunehmend über ihre mobilen Endgeräte ein und wollen auch beim Checkout die bequemen Vorzüge eines Smartphones genießen.

Allerdings ist diese Zahlmethode aktuell hauptsächlich in Asien in Gebrauch – der Westen zieht aber langsam nach. Besonders die Dienste WeChat und Alipay vermelden in Fernost im Schnitt bis zu 250.000 Transaktionen pro Sekunde! Ein gewaltiger Markt, den es zu nutzen gilt. Deshalb ist es für hiesige Shopbetreiber enorm wichtig, ein ausreichendes Portfolio an mobilen Zahlungsmethoden bereit zu stellen.

In Deutschland ist dazu eine deutliche Tendenz sichtbar: Laut Statista wird in Deutschland bis 2023 das jährliche Pro-Kopf-Volumen mit Mobile Payment bei über 1000 € liegen.

 

Prognose Transfervolumen Mobile Payment / Quelle: Statista 2019

Content Marketing

Was bei all dem Trubel um Trends und neue Technologien oft vergessen wird: Wie bringen Unternehmen das eigentlich alles zusammen und – viel wichtiger – an die Kunden? Die Zauberformel lautet in diesem Fall qualitativ hochwertiges und attraktives Content Marketing. Und gerade im E-Commerce ist nichts wichtiger denn je, als mit interessantem Content Kunden zu gewinnen und zu halten. Marketers können im Zuge von Produkt- und Markenwerbung mit Videos, Texten, Anzeigen, Social Media Kampagnen und generellem Cornerstone Content aus dem Vollen schöpfen. So ist Content Marketing inzwischen zu einem riesigen, komplexen Geschäftsfeld gewachsen und definitiv einer der Top-Trends im E-Commerce – wenn auch ein eher ungewöhnlicher Kandidat in der Liste.

Die E-Commerce-Plattform Magento hat das schon früh verstanden und mit dem Page Builder ein vollwertiges und umfangreiches Content-Management-System dem Portfolio hinzugefügt. Damit ist es nicht nur möglich eine Landingpage binnen weniger Minuten zusammen zu bauen, sondern es lässt sich auch der Content der E-Commerce-Plattform eines Unternehmens schnell und einfach koordinieren.

Was wird 2020 noch wichtig sein?

Sind das alle E-Commerce Trends 2020? Nun, die Liste ließe sich nahezu endlos weiterführen, deshalb haben wir uns auf die – aus unserer Sicht – wichtigsten Punkte konzentriert. Vielen wird aufgefallen sein, dass Künstliche Intelligenz in der Liste fehlt. Dies liegt darin begründet, dass KI schon seit Jahren zu den Trends zählt und quasi mittlerweile ein all-time-classic jeder Technologie-Liste des E-Commerce darstellt. Und das auch vollkommen zurecht, denn laut des Marktanalysten Gartner werden in 2020 etwa 85 % der Kunden-Interaktionen im E-Commerce von KI abgedeckt. Somit ist das Feld der Künstlichen Intelligenz mittlerweile so komplex wie etabliert, dass KI längst nicht mehr als Trend angesehen werden kann.

Das lässt sich von Sustainable E-Commerce allerdings nicht behaupten. Der weltweite Trend und das steigende Bedürfnis der Menschen nach mehr Nachhaltigkeit und Rücksicht für die Umwelt ist auch im E-Commerce angekommen. Immer mehr E-Commerce-Unternehmen, allen voran Markt-Primus Amazon, versuchen klimaneutraler zu agieren. Zum Beispiel durch wiederverwertbare Verpackungen und Auslieferungen per Elektro-Auto. Allgemein betrachtet steht das Thema Umweltbewusstsein beim E-Commerce aber noch ganz am Anfang. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich das Ganze noch entwickeln wird. Vielleich findet sich Sustainable E-Commerce dann auf der Liste der E-Commerce Trends 2021 wieder.


Weitere lesenswerte Artikel rund um die Themen E-Commerce und Digitalisierung haben wir in der neuen Ausgabe unseres eCOM|MAG für Sie zusammengestellt:

 

netz98 eCOM|MAG 4 Download

 

Bilder: pixabay, Statista

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