netz98 Blog
Der E-Commerce &
Magento Blog
E-Commerce Trends 2020
8. Januar 2021 von in E-Commerce Trends

Das sind die E-Commerce-Trends 2021

Kein anderes Jahr hat der Digitalisierung einen derart gewaltigen Boost verliehen wie 2020 und dem Onlinehandel ein regelrechtes Rekordjahr beschert. Welche Trends im neuen Jahr eine wichtige Rolle im E-Commerce spielen, haben wir für Sie zusammengefasst.

 

B2B = B2C?

Ein Trend, der sich nun schon seit längerem abzeichnet, ist die Verschmelzung von B2C und B2B. Denn auch im Geschäftskundenkontext wird in der Regel zunächst online recherchiert und informiert, bevor eine Kontaktaufnahme zum Unternehmen erfolgt. Die typische Kaltakquise fällt weg. Die Qualität der Recherche wird immer entscheidender für einen Kaufabschluss. Eine intuitive Usability sowie ein ansprechendes Design, wie es die Kunden aus dem B2C-Umfeld gewohnt sind, werden dabei nicht nur erwartet, sondern regelrecht vorausgesetzt. So muss im B2B zukünftig die gleiche Art der Online-Erfahrung geschaffen werden. Um dieses B2C-Erlebnis nachzubilden, müssen viele Unternehmen nachrüsten – sowohl beim Thema Design und Usability als auch bei den Tools und Informationen, die sie ihren Kunden mit an die Hand geben. Welche Design-Trends sich schon Ende 2020 abzeichneten und nun auch das neue Jahr maßgeblich beeinflussen werden, haben wir bereits in einem ausführlichen Blogbeitrag zusammengefasst. Zudem wird das Einbinden von Tools, die dem Kunden die Suche nach dem richtigen Produkt erleichtern, immer entscheidender. Neben einer intelligenten Suche und Filteroptionen, spielt auch die passende Produktempfehlung mithilfe abgegebener Bewertungen und Rezensionen eine wichtige Rolle. Dazu erleichtert die Bereitstellung von detaillierten Produktinformationen, Bildern, Videos und herunterladbaren Dokumentationen im Onlineshop die Recherche.

 

Personalisierung

Auch das Thema Personalisierung gehört zu den Top-Themen in 2021. Um den Kunden noch zielgerichteter anzusprechen, muss dieser und seine Bedürfnisse in den Fokus gestellt werden. Hierfür ist eine rechtssichere Erhebung, Konsolidierung und Auswerten von Kundendaten erforderlich. Die Daten werden dafür genutzt, den Kunden besser zu verstehen und diesem ein personalisierteres Einkaufserlebnis zu bieten und somit gleichzeitig die Kundenzufriedenheit und -treue zu verbessern. So können dem Kunden z.B. personalisierte Produktempfehlungen auf Grundlage der Bestellhistorie ausgespielt werden. Diese werden anhand von Relevanz, Kundenverhalten, früheren Käufen und Geschäftsregeln sortiert und entsprechend hervorgehoben. Zudem sollten dem Kunden möglichst viele Selbstbedienungstools an die Hand gegeben werden, mit der zusätzlichen Möglichkeit, Produkte nach seinen Bedürfnissen anzupassen bzw. zu konfigurieren.

 

Progressive Web-Apps

Wie sich auch schon im letzten Jahr zeigte, wird der Einsatz von Progressive Web-Apps auch in 2021 eine große Rolle im E-Commerce spielen. Der Hybrid aus Website und nativer App ist so konstruiert, dass Webseiten sich als App installieren lassen und so die native App obsolet machen. Durch eine ausgeklügelte Caching-Struktur laden Webseiten zudem bis zu 10-mal schneller und sind sogar offline verfügbar – mit allen Funktionen einer App, wie Standortermittlung und Push-Mitteilungen. Beispielsweise können mithilfe der Smartphone-Kamera Barcodes auf Produkten oder Formularen gescannt werden, um auf einfache Weise weitere Informationen bereitzustellen oder Kunden die Möglichkeit zu geben, Nachbestellungen aufzugeben. Unternehmen können Push-Benachrichtigungen senden, die auf Rabatte und Sonderangebote hinweisen oder benachrichtigen, sobald ein Produkt wieder verfügbar ist.

 

Mit Sicherheit krisensicher

Safety first! Die Unsicherheiten im letzten Jahr haben deutliche Spuren hinterlassen, deren Auswirkungen wir auch noch in 2021 spüren werden. In nahezu allen Branchen wurde ein Umdenken angestoßen und mit verschiedenen Maßnahmen auf die Begebenheiten reagiert. So wurden auch Back-End-Abläufe verändert, um die Mitarbeiter in Lager und Geschäften zu schützen. Dabei soll möglichst kontaktlos agiert werden – sowohl bei der Bezahlung, der Lieferung als auch bei der Arbeit. Auch das Angebot von „Click and Collect“ wurde 2020 ausgebaut und von Kunden – sowohl aus dem B2C als auch dem B2B Bereich – gerne genutzt. Die dadurch entstandenen Vorteile auf Kunden- und auch Händlerseite wie beispielsweise die Entlastung der Logistikabteilung oder die Minimierung von Kosten will man auch in 2021 nicht missen müssen.

 

Datenschutz

Die Sicherheitsstandards werden auch an andere Stelle verstärkt. So bleibt das Thema Datenschutz auch 2021 ein Dauerbrenner, vor allem im Hinblick auf das Marketing. Zunächst wurde im Mai 2020 das Cookie-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bestätigt. Dieses besagt, dass Nutzer dem Setzen von Cookies ausdrücklich zustimmen müssen. Werden die Daten ohne Zustimmung von Unternehmen getrackt, um beispielsweise Nutzerprofile zu erstellen, machen sich diese strafbar. Zudem erklärte der EuGH im Juli 2020 das Privacy Shield-Abkommen für ungültig. Dieses Urteil betrifft Unternehmen, die bisher auf gängige US-Tools oder Anbieter, die ihre Daten in die USA transferieren, setzten. Hierfür mussten Alternativen gefunden werden: Mittlerweile bieten einige deutsche und europäische Softwarehersteller Serverstandorte innerhalb der EU, ein rechtskonformes Consent Management sowie datenschutzkonforme Privacy by Design- und Privacy by Default Standards an. Das Angebot wird sich wohl in 2021 erweitern und auch weitere Themen im Hinblick auf die Datensicherheit aufkommen, die Shopbetreiber und Marketer vor Herausforderungen stellen.

 

Das Must-have 2021: Content Marketing

Nicht wirklich neu, aber leider immer noch weit unterschätzt: Die Auswirkungen von Content Marketing. Content is king – auch im Jahr 2021! Bei der steigenden Vielzahl an Mittbewerbern ist es wichtiger denn je, mit interessantem Content Kunden zu gewinnen und zu halten. Gerade auch im B2B nutzen Entscheidungsträger Suchmaschinen und informieren sich neben den Inhalten der Webseiten zusätzlich über die sozialen Medien und auf Online-Magazinen. Entscheidend ist, mithilfe von Keyword-basierenden und optimierten Content bei den Suchmaschinen gefunden zu werden und durch hochwertige Inhalte zu überzeugen. Werden die Inhalte nicht nur auf der eigenen Webseite bzw. im Onlineshop gezeigt, sondern auch gezielt soziale Medien eingesetzt, kann eine Community entstehen, die Inhalte mit dem eigenen Netzwerk teilt und so die Bekanntheit steigert. Um die Interaktionen und das Engagement der Konsumenten zu steigern, empfiehlt sich der Einsatz von interaktiven Inhalten. Neben spielerischen Elementen wie z.B. das Stellen einer Frage oder einer Abstimmung sorgen in der Regel auch die Verwendung Videos und Infografiken für mehr Aufmerksamkeit und auch Interaktion.

 

Auf dem Vormarsch: Voice Search Marketing

„Hey Siri, was sind die E-Commerce-Trends in 2021“ – die Suche mittels digitaler Sprachassistenten wird immer beliebter. Derzeit geben Siri, Alexa, Google und Cortana hauptsächlich Antworten auf einfache Fragen wie „Regnet es gerade?“ oder „Wo ist das nächste italienische Restaurant?“ Doch auch beim Thema E-Commerce kann die Sprachsuche zukünftig die Auffindbarkeit der Website erhöhen. Da die Sprachassistenten lediglich eine Antwort geben, ist es bei der Voice Search umso entscheidender für Unternehmen und Marken, im Suchmaschinen-Ranking auf der ersten Position zu landen. Damit direkt auf die eigene Seite geleitet wird, ist es hilfreich die „beste Antwort“ auf  die Suchanfrage zu liefern. Dafür empfiehlt sich die Optimierung des Contents auf Fragen und Longtail-Keywords sowie die Strukturierung der Daten anhand bestimmter Schemata wie z.B. schema.org. Diese strukturierten Daten werden im Quelltext für die Suchmaschinen hinterlegt und sind demnach nicht für den Besucher der Seite sichtbar.

 

Herausforderungen für 2021

Auch in diesem Jahr stehen die E-Commerce-Unternehmen vor verschiedenen Herausforderungen. Einige der genannten Trend-Themen werden von vielen Firmen bisher, wenn überhaupt, nur stiefmütterlich behandelt. Insbesondere das Content Marketing bietet nach wie vor großes Potential und auch die Themen Personalisierung sowie die Verwendung von PWAs werden zunehmend wichtiger. Gerade Unternehmen, die sich zusätzlich an neue Strategien und Technologien wagen, wie z.B. das Voice Search Marketing, können sich einen echten Vorsprung zur Konkurrenz erarbeiten.


Weitere lesenswerte Artikel rund um die Themen E-Commerce und Digitalisierung haben wir in der neuen Ausgabe unseres eCOM|MAG für Sie zusammengestellt:

 

netz98 eCOM|MAG 4 Download

Bilder: pixabay

Über den Autor / die Autorin

Kommentar hinterlassen

*Pflichtfeld

netz98 flyin

Verpassen Sie nicht mehr das Neueste rund um E-Commerce- und Magento-Themen!

Mit der Anmeldung zu unserem Newsletter erhalten Sie regelmäßig wissenswerte und spannende Informationen, die IHR Online-Business nach vorne bringen.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung! Bestätigen Sie nun Ihre E-Mail-Adresse in der E-Mail, die Sie in Ihrem Posteingang finden.

X