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30. Januar 2018 von in E-Commerce Trends

Virtual Reality & Augmented Reality im E-Commerce: Best Practices

So nutzen Unternehmen VR und AR für den Einsatz im E-Commerce: In diesem Teil unserer dreiteiligen Serie über virtuelle Welten gehen wir auf die Best Practices im Onlinehandel ein.

Hinweis: Möchten Sie wissen, was Virtual, Augmented und Mixed Reality bedeuten? Eine ausführliche Erklärung erhalten Sie im ersten Teil unsere VR-/AR-/MR-Serie.

Beispiele für Augmented Reality im Onlinehandel

Ins Jahr 2010 zurückgeblickt, wird deutlich, dass man schon damals vermutete, Augmented Reality werde im E-Commerce an Bedeutung gewinnen. Erste Gehversuche wagte unter anderem der Brillenhersteller Ray Ban, der Konsumenten am Rechner dazu anregte, verschiedene Gestelle virtuell auf der eigenen Nase zu platzieren.

Die digitale Anprobe vor dem Kauf ist auch mehrere Jahre später eine reizvolle Vorstellung. Laut einer Studie von Yougov wären 70 Prozent der Befragten interessiert, mit AR-Elementen zum Beispiel Kleidungsstücke vor einer Onlinebestellung aus- bzw. anzuprobieren. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Sephora Virtual Artist: Er zeigt Kundinnen im Browser oder als App, wie Kosmetik im eigenen Gesicht wirken würde. Die Käufer probieren Lippenstift, Eyeliner und Make-up virtuell aus und mit einem Klick kaufen sie das favorisierte Produkt gleich online.

AR im Web-Einsatz (Bild: Rayban / MockDrop)

AR ist hervorragend geeignet, um Waren zu verkaufen, indem die Vorstellungskraft geweckt wird. IKEA versucht das mit der App IKEA Places, bei der man Möbel des Händlers direkt in seiner Wohnung platziert. So kann der Kunde vor dem Besuch eines Marktes oder vor der Onlinebestellung testen, ob und wie die Einrichtungsgegenstände in den eigenen Lebensraum passen. In die gleiche Kerbe schlägt ein deutscher Sanitär-Hersteller: „Erleben Sie schnell und einfach, wie unsere Produkte in Ihrem eigenen Bad aussehen“, so bewirbt Villeroy & Boch sein AR-Angebot.

 

Weitere Best Practices von AR

Wie man Augmented Reality noch nutzen kann, zeigen folgende Beispiele.

Tap Painter

Wie sieht die Wohnzimmerwand mit der neuen Wunschfarbe aus? Diese Frage beantwortet Tap Painter. Mit der AR-App probieren die Nutzer verschiedene Farben vor dem eigentlichen Anstreichen aus. Es ist sogar möglich, eigene Farbe zu mischen.

OTTO

„Wie sehen die Möbel in meinem Zuhause aus?“ Diese Frage beantwortet auch OTTO mit einer Augmented-Reality-Anwendung, bei der die User die 3D-Objekte sogar im Detail betrachten können.

Amikasa

Mit der Amikasa-App suchen die Nutzer sich ihr Wunsch-Interieur aus. Zum Beispiel Lampen, Sofas oder neue Kleiderschränke, um dann dank Augmented Reality zu begutachten, wie die Möbelstücke in ihrem eigenen Zuhause wirken. Amikasa gewann 2015 den Webby Award.

DHL Packset App

DHL zeigt mit seiner Packset-App, wie man AR auch indirekt für den E-Commerce nutzen kann. Der Nutzer scannt über die Smartphone-Anwendung ein Objekt. Die App schlägt dafür dann die passende Paketgröße und den Kauf der entsprechenden Versandmarke vor.

DHL Packset App (Bild: DHL)

 

Virtual Reality im E-Commerce

Es ist noch nicht lange her, dass VR als große Chance für den nächsten Schritt des elektronischen Handels angesehen wurde. Schließlich ist es mit VR-Brillen theoretisch möglich, komplett virtuell ein Geschäft zu besuchen und in diesem einzukaufen. Solche Szenarien sind nach wie vor der Traum etlicher Unternehmen. Zum Beispiel kooperiert die australische Niederlassung von eBay mit dem dort ansässigen Händler Myer, um eine VR-Plattform zu entwerfen, in der Anwender durch das Sortiment stöbern können.

Virtual Reality könnte besonders eine Bereicherung für den stationären Handel werden. Vor dem Autokauf den eigenen Traumwagen individualisieren, sich diesen genauestens anschauen und eine Testfahrt unternehmen? Audi, Lexus, Mercedes oder Porsche machen es mit ihren VR-Anwendungen vor. Auch der Einrichtungssektor sieht Potential in der virtuellen Realität. So experimentiert beispielsweise IKEA nicht nur mit AR, sondern auch mit VR.

Virtual Reality soll langfristig gesehen auch fürs Marketing genutzt werden. So präsentierte Zalando die digitale Stadt Zalando City, die mit VR-Brille besucht werden darf. Und The North Face begeistert seine Zielgruppe mit 360-Grad-Naturaufnahmen. Diese wecken nicht gleich das Kaufinteresse, fördern aber die Bindung an eine Marke, indem ein Lebensgefühl durch das „Mittendrin statt nur dabei“-Feeling deutlich packender, als mit anderen Werbemaßnahmen vermittelt wird.

 

Weitere Beispiele für VR-Anwendungen im (Online-)Handel

Möbel und Deko-Artikel in den eigenen vier Wänden testen oder auf fremden Welten einkaufen: So kann Virtual Reality für einzigartige Einkaufserlebnisse genutzt werden.

IKEA VR

Die Kölner Agentur Demodern realisierte für IKEA ein VR-System, in dem zum Beispiel die neue Küche geplant werden kann. Im Gegensatz zu anderen Planungstools erlebt man bei IKEA VR seine geplanten Einrichtungsgegenstände in einer freien 3D-Ansicht.

IKEA VR (Bild: IKEA)

Swarovski und Mastercard VR

Swarovski hat in Kooperation mit Mastercard eine App entwickelt, mit der es möglich ist, in einem virtuellen Haus schicke Dekorationsartikel zu kaufen. Das neuartige Shoppingerlebnis präsentiert verschiedene Wohnaccessoires in einem stylischen Ambiente. Der Bezahlvorgang erfolgt direkt aus der VR-App über Masterpass, dem Bezahlsystem von Mastercard.

Saturn VR

Auch der Elektrofachmarkt Saturn setzt auf Virtual Reality. Mit seiner VR-App tauchen Kunden in eine neuartige Einkaufswelt ab, die verschiedene Szenarien bietet, um darin einzukaufen. Die Kunden können die Produkte in einem virtuellen Loft oder auf dem Planeten Saturn in 3D betrachten und sich dabei von einem Avatar beraten lassen.

 

Beispiele für Mixed Reality im E-Commerce

Aktuell steht MR noch am Anfang, das Software-Angebot fällt im Moment überschaubar aus. Obwohl Mixed Reality ein enormes Potential bietet, hat der E-Commerce die recht junge Technologie noch nicht für sich entdeckt. Das liegt unter anderem an der geringen Verbreitung der Hardware.

 

Zwischenfazit

AR und VR sind nur für Gamer interessant, die ein bisschen spielen wollen – dieses Vorurteil dürften unsere Beispiele aus der Welt geschafft haben. Wie viel Potential noch im Thema Augmented, Virtual und Mixed Reality steckt, zeigen wir im nächsten Teil unserer Serie.

 


Alle Artikel der Reihe „Virtual, Augmented & Mixed Reality“  in der Übersicht:

Teil 1 : Zukunftsweisende Technik-Trends für den E-Commerce?

Teil 2: Best Practices

Teil 3: Lohnt sich der Einstieg?

 

Bilder: Designed by Freepik, RayBan / MockDrop, DHL, IKEA

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