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Projektmanagement Methoden im E-Commerce

Projektmanagement-Methoden im E-Commerce

Aus meiner Erfahrung gibt es im Projektmanagement viele Methoden, die sich eignen, ein IT-Projekt erfolgreich durchzuführen.
Für mich stellt sich daher im Allgemeinen und speziell im E-Commerce die Frage: Mit welchen Methoden kann ich ein Projekt optimal managen?
Ich betrachte im folgenden Blogbeitrag zwei unterschiedliche Herangehensweisen: Wasserfallmodell und Scrum.

 

Wasserfallmodell

Das Wasserfallmodell bietet für die Kunden eine transparente Vorgehensweise. Das Projekt wird in einzelne Phasen gegliedert und in zeitlich sinnvolle Abläufe gebracht. Auch eine Parallelisierung einzelner Phasen ist möglich, um die Geschwindigkeit der Projektumsetzung zu steigern. Diese Phasen schließen jeweils mit einem Meilenstein ab und führen zu einem erfolgreichen Projektende. Die Schwierigkeit bei diesem Modell ist jedoch, dass jede Änderung, unmittelbar den Go-Live-Termin beeinflusst. Streng genommen dürften nach der Anforderungserhebung keine Änderungswünsche mehr aufgenommen werden, was allerdings in der Praxis selten funktioniert.

 

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Scrum

Auch das Projekt in der agilen Vorgehensweise Scrum durchzuführen, scheint nur auf den ersten Blick eine geeignete Lösung zu sein. Der Scrum-Master achtet hierbei auf die Einhaltung der Scrum-Regeln und übernimmt eine Art „Coach“-Funktion. Der Product Owner plant im ein- oder zweiwöchigen Rhythmus die einzelnen Sprints, das sind Phasen, in denen das Projekt entwickelt wird und an deren Ende fertige Produktfunktionalitäten stehen. Der Kunde kann und muss die Themen intensiv priorisieren, die in den kommenden Sprints umgesetzt werden sollen. Dies ermöglicht eine maximale Flexibilität, denn es können jederzeit neue Anforderungen mitberücksichtigt werden. Ich möchte aber hierbei daran erinnern, dass oftmals der Go-Live zu einem festgelegten Termin mit einem vorgegebenen Funktionsumfang sichergestellt werden soll und dies so nicht ohne weiteres zu gewährleisten ist.

 

Wir als E-Commerce-Agentur müssen uns  folglich eine Vorgehensweise überlegen, um alle Zielvorgaben zu erreichen.

 

Die Mischung macht’s

Eine bei uns in der Praxis erprobte Herangehensweise ist die Mischung beider Projektmanagement-Methoden mit Hilfsmitteln wie bspw. dem Kanban Board. Ich werde hier grob skizzieren, wie Projekte bei netz98 auf diese Art und Weise erfolgreich durchgeführt werden.

 

Initial setzen wir das Projekt im klassischen Wasserfallmodell auf. Im Regelfall werden die Meilensteine der einzelnen Phasen nicht final festgelegt. Oftmals ist es zu Projektbeginn nicht möglich, alle Anforderungen einzuplanen, da einige erst im Projektverlauf auftauchen. Mit dem Kunden wird daher ein Go-Live-Umfang des initialen Projekts mit den wichtigsten Funktionalitäten vereinbart.

 

Zusätzliche Anforderungen und Anpassungen überführen wir in ein Backlog – diese Themen priorisieren wir gemeinsam mit dem Kunden und betrachten diese nach Go-Live genauer.

 

Während der Umsetzung des initialen Projektes wird ein Kanban Board zur Hilfe genommen. Dabei werden alle Aufgaben und Arbeitspakete in Tasks runtergebrochen, diese dürfen maximal einen Manntag dauern. Dies ermöglicht uns eine genaue Planung und Schätzung der einzelnen Aufgaben. Das Kanban Board bietet nicht nur dem Team einen visuellen Überblick über die zu erledigenden Aufgaben, es erleichtert auch die Projektkoordination und ermöglicht einen tagesaktuellen Status. Auf diese Art und Weise kann auch dem Kunden der Projektfortschritt visualisiert und mit ihm besprochen werden.

 

Nach dem erfolgreichen Go-Live des initialen Projekts nutzen wir das Backlog in Verbindung mit dem Kanban Board für alle weiteren Aufgaben und priorisieren die anstehenden Umsetzungen gemeinsam mit dem Kunden.

 

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Fazit

Durch diese Vorgehensweise und dem damit gefundenen „Mittelweg“ können wir komplexe Projekte gut steuern und wesentlich effektiver managen. Auf der einen Seite kann der Kunde aktiv mitwirken und auf der anderen Seite können verbindliche Termine gemeinsam festgelegt werden.

Über den Autor / die Autorin

Comments (4)

  • Alexander Steireif

    Meiner Meinung nach bringt es die Aussage „Die Mischung macht’s“ genau auf den Punkt. Ich denke weder reines Scrum nach Lehrbuch noch das Wasserfallmodell noch andere Methoden passen immer 1:1. Man sollte einen guten Mittelweg finden und sich die Vorteile der jeweiligen Projektmanagementmethoden zu Nutze machen.

    • Alexander Korn

      Hallo Alexander,
      vielen Dank für Deinen Input. Ich denke, wir sehen hier die gleichen Ansätze, die E-Commerce Projekte erfolgreich machen.
      Grüße aus Mainz

  • Tim Ullrich

    Weil das ein Thema ist, was mich auch selbst immer wieder beschäftigt beteilige ich mich ausnahmsweise mal an einer Diskussion 😉

    „Die Mischung macht’s“ ist für mich eher immer wieder ein Problem was Projektmanagementmethoden angeht. Kanban, Scrum und das Wasserfallmodell zu mischen führt nach meiner Erfahrung eher dazu, dass aus allen Methoden die gerade politisch passendste Methode ausgewählt wird und das Projektmanagement dadurch eher kompliziert bis unmöglich gestaltet. Oft entsteht dadurch die Konstellation: „Deadline“ (Wasserfallmodell), Agile Anforderungen (Scrum) was sich gegenseitig logisch betrachtet automatisch ausschließt.

    Ich bin auch kein Verfechter starr nach Lehrbuch zu handeln. Egal welche Methode man nutzt sollte diese als Hilfestellung dienen, die je nach Projekt angepasst/erweitert werden kann. Grundlegend verschiedene Ansätze von Projektmanagementmethoden zu mischen halte ich aber für fatal! Meiner Meinung nach führt das nur zu kurzfristigen und oberflächlichen Zufriedenheit, weil sich das Management immer die politisch passendste aussuchen kann (je nach dem mit wem kommuniziert wird). Langfristig wird es nach meiner Erfahrung eher schwer finanziell und zeitlich den Überblick zu behalten und weiterhin eine Zufriedenheit auf Kunden- sowie Entwicklerseite zu gewährleisten.

    Ich habe keine persönliche Präferenz was Projektmanagementmethoden angeht. Es kommt auf die Projektanforderungen, den Kunden und das Team an. Ich kann mir auch vorstellen für ein releasefähigen ersten Wurf das Waserfallmodell einzusetzen und anschließend auf eine agile Managementmethode wie z.B. Scrum oder Kanban umzusteigen um weitere Features zu realisieren. Allerdings würde ich dass dann auch als zwei von einander unabhängige Projekte betrachten.

    Ich verstehe trotzdem die Gedanken zu diesem Thema von Alexander Korn weil Kunden häufig eine agile Methode wie Scrum (Achtung Buzzwordgefahr) wünschen ohne sich über deren eigenen Verantwortung bei einer agilen Methode bewusst zu sein. Hierzu habe ich mir auch schon 2011 einige Gedanken gemacht (http://blog.timullrich.de/2011/10/ist-scrum-das-richtige-framework-fur-unser-projekt/).

    Bitte seid mir nicht böse liebe netz98! Für mich seid ihr eine der besten E-Commerce-Agenturen in Deutschland mit dem definitiv breitesten Magento-Wissen. Aber bei diesem Thema gehen unsere Meinungen stark auseinander und ich hoffe, dass ich zumindest noch mal zum Nachdenken anregen konnte 😉

    Lieben Gruß
    Tim 🙂

    • Alexander Korn

      Hallo Tim,
      zunächst vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme.
      Ich glaube wir sind in den meißten Punkten gar nicht so unterschiedlich, bzw. haben die gleichen Ansichten.
      Dein Input ist durchaus auch interessant und zeigt ja, dass das Thema wichtig ist und näher beleuchtet werden muss.
      Danke dafür und viele Grüße aus Mainz,
      Alex

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