Magento begleitet den digitalen Handel seit mehr als 15 Jahren – und trotz zahlreicher Veränderungen in Technologie und Marktumfeld ist die Plattform aktueller denn je. In diesem Blogbeitrag blicken wir zurück auf die Wurzeln des Magento-Ökosystems, beleuchten den aktuellen Stand rund um Adobe Commerce und Magento Open Source und wagen einen Blick in die Zukunft.
Vom Community-Projekt zum weltweiten Standard
Wer heute mit Magento bzw. Adobe Commerce arbeitet, profitiert nicht nur von einer ausgereiften Technologie, sondern auch von einer starken Community, einem professionellen Partnernetzwerk und einer klaren Vision. Was einst als reines Open-Source-Projekt begann, hat sich zu einem bedeutenden Player im E-Commerce entwickelt.
Als Magento im Jahr 2008 auf den Markt kam, war es eine echte Alternative zu den damaligen Monolithen im E-Commerce. Offen, flexibel und von Beginn an auf Erweiterbarkeit ausgelegt, war Magento ein willkommener Gegenentwurf zu starren Systemen. Die weltweite Entwickler-Community erkannte früh das Potenzial – und so entstand innerhalb kurzer Zeit ein breites Ökosystem aus Erweiterungen, Modulen, Themes und Dienstleistern, die Magento aktiv mitgestalteten.
Auch valantic gehört zu den Partnern, die Magento bereits früh begleitet haben. Wir erlebten aus erster Hand, wie sich das System von einer guten Idee zu einer echten E-Commerce-Größe entwickelt hat. Dabei war nicht nur die Software entscheidend, sondern auch das Prinzip dahinter: eine offene, gemeinsame Weiterentwicklung mit echtem Mehrwert für Händler.
Die Zäsur: Magento 2 und der Weg in die Enterprise-Welt
Mit dem Launch von Magento 2 im Jahr 2015 wurde die technische Basis komplett überarbeitet. Der Schritt war groß – und notwendig. Neue Technologien, eine klarere Struktur, verbesserte Performance und moderne Entwicklungsstandards brachten Magento auf ein neues Niveau. Die Umstellung war allerdings auch eine Herausforderung: Alte Erweiterungen mussten neu geschrieben, Entwickler umgeschult, Prozesse angepasst werden.
Für erfahrene Dienstleister eröffnete sich damit die Möglichkeit, Magento-Projekte noch gezielter auf individuelle Kundenbedürfnisse zuzuschneiden. Gleichzeitig zeigte sich, dass E-Commerce in der Zwischenzeit deutlich komplexer geworden war. Kunden erwarteten performante Frontends, flexible APIs und eine enge Verzahnung mit Marketing-Tools und CRM-Systemen. Magento konnte das leisten und positionierte sich zunehmend auch im Enterprise-Umfeld.
Adobe übernimmt – und das Ökosystem verändert sich
Ein entscheidender Einschnitt kam 2018 mit der Übernahme durch Adobe. Magento wurde zur Grundlage von Adobe Commerce und Teil eines umfassenden Experience-Ökosystems. Für viele Partner, darunter auch valantic, bedeutete das: neue Chancen, neue Zielgruppen, neue Anforderungen. Mit Adobe im Rücken erhielt Magento im Laufe der vergangenen Jahre Zugang zu einer ganzen Suite leistungsstarker Tools: von Personalisierung über KI-gestütztes Targeting bis hin zu Content-Erstellung und Datenanalyse. Gerade für größere Unternehmen, die ein einheitliches Kundenerlebnis über alle Kanäle hinweg schaffen wollen, ergibt sich daraus ein starkes Gesamtpaket – der Adobe Experience Cloud sei Dank.
Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, hat Adobe dieses Jahr die SaaS-Produkte Adobe Commerce as a Cloud Service (ACCS) und Adobe Commerce Optimizer vorgestellt. ACCS basiert auf der gleichen Magento-Basis wie die On-Premise-Lösung, was Adobes Engagement für diese Option unterstreicht und Händlern Flexibilität bietet. Durch diese gemeinsame Basis hat Adobe auch ein Interesse an einer stabilen Magento Open Source-Version, was Händlern zusätzliche Sicherheit gibt. Die Open-Source-Variante Magento Open Source blieb erhalten, doch die Wege von Community und Enterprise-Version gingen zunehmend auseinander.

Adobe Experience Cloud als strategisches Gesamtpaket
Im Kontext der Adobe Experience Cloud wurde Magento bzw. Adobe Commerce zu einem integrierten Bestandteil eines größeren Portfolios. Die E-Commerce-Funktionalität wird dort eingebettet in eine Plattform, die auf umfassende Customer Experience, datenbasierte Steuerung und unternehmensweite Integration ausgerichtet ist. Die Entwicklungsschritte sind stark mit den übergreifenden Adobe-Produkten verzahnt, Updates erfolgen automatisch und stabil. Die Commerce-Lösung selbst rückt dabei etwas in den Hintergrund – sie wird zur technischen Basis, nicht zum Innovationsmotor. Dieser liegt eher in den einzelnen Produkten der Experience Cloud.
Für Unternehmen, die Wert auf Kontinuität, Integration in bestehende Adobe-Stacks und eine zentralisierte Enterprise-Architektur legen, kann dieser Weg attraktiv sein. Gleichzeitig bringt er Abhängigkeiten mit sich: Roadmaps, technologische Schwerpunkte und Update-Zyklen folgen primär Adobe-internen Prioritäten – nicht mehr den Anforderungen der Magento-Open-Source-Nutzerbasis. Dennoch hat Adobe bereits betont, auch weiterhin die PHP-Skriptsprache als Basis nutzen zu wollen.
Die Community formiert sich neu – mit Hyvä im Zentrum
Parallel zur Adobe-Strategie entwickelt sich eine eigenständige, Community-getriebene Magento-Welt. Im Zentrum dieser Bewegung steht Hyvä – ein modernes, leichtgewichtiges Frontend-Framework, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem zentralen Bezugspunkt innerhalb der Szene entwickelt hat. Es steht nicht nur für technische Modernisierung, sondern auch für neue Energie im Ökosystem: rund um Hyvä entstehen Events, Partnerschaften, Initiativen und ein intensiver Austausch unter Agenturen, Entwicklern und Händlern.
Diese Community-Orientierung geht weit über reines Frontend-Design hinaus. Sie repräsentiert einen Ansatz, bei dem Innovation nicht mehr alleine von Adobe gesteuert wird, sondern von einem engagierten, kommerziell unabhängigen Umfeld getragen wird – mit klarem Fokus auf Weiterentwicklung, Zugänglichkeit und Zukunftsfähigkeit.
Entscheidung mit Weitblick: Welcher Weg passt zu welchem Unternehmen?
Magento existiert heute in zwei starken, aber sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Unternehmen müssen sich bewusst entscheiden, welche Philosophie besser zu ihren Zielen passt:
- Die Adobe-Welt bietet strukturelle Sicherheit, langfristige Planbarkeit und Integration in ein umfassendes Digital Experience Ökosystem.
- Die Community-Welt rund um Hyvä steht für Agilität, technologische Modernisierung, größere Eigenverantwortung und ein lebendiges Innovationsumfeld.
Beide Richtungen bieten Potenzial – entscheidend ist, wie stark ein Unternehmen auf Integration und Konzernstrukturen setzt oder ob es technologische Unabhängigkeit, Flexibilität und Community-Nähe priorisiert.
Bilder: iStock, valantic
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