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UX vs. UI
18. Juli 2017 von in E-Commerce Trends

Warum man weder auf UX noch auf UI verzichten kann

Immer wieder taucht die Frage auf: Ist es bei einer Website wichtiger, auf die Anwenderzufriedenheit und Nutzererfahrung einerseits oder auf die Bedienung und die Nutzeroberfläche andererseits zu achten? Es geht dabei also um den alten Konflikt zwischen User Experience (UX) und User Interface (UI). Eine spannende Diskussion, die bei genauerer Betrachtung aber eigentlich nur einen Schluss zulässt: UX und UI sollten stets zusammengebracht werden.

 

Design Thinking

Im Grunde geht es um „Design Thinking“. Also die Überlegung, wie umfangreich das Design ausfallen darf, um weiterhin benutzerfreundlich und funktional zu sein. Der Bedarf des Anwenders besteht darin, unterschiedlichste Funktionen zu bedienen. Und genau das sollte im Vordergrund stehen – das Design lässt sich davon ableiten. So betrachtet sind beide Gesichtspunkte, UX und UI, für den Erfolg einer Website oder eines Onlineshops elementar wichtig.

 

Die Bedienelemente im Detail

Zum User Interface gehört ganz klassisch das Design der Website, also die grafische Gestaltung der Bedienelemente wie Navigation, Buttons oder Links sowie die Darstellung der Elemente während einer User-Interaktion (Mouseover-Zustände). Einer der wichtigsten Faktoren beim UI-Design ist die Überlegung, wie die Zielgruppe erreicht werden soll. Entscheidende Einflussfaktoren können bereits simple Aspekte wie Schriftgröße, Begriffe in der Navigation oder auch Farben sein. Zum Beispiel führt ein Button mit nur einem Wort, wie „Mehr“, zu einer verdreifachten Besuchszeit, wohingegen der gleiche Button mit fünf Worten, wie „Hier klicken für weitere Informationen“, zu viel Text enthält und daher gar nicht erst gelesen wird. Ein farblich ansprechender Call-To-Action-Button, der sich optimalerweise von anderen, nicht so wichtigen Klickelementen abhebt, kann zusätzlich zu einem Klick beitragen.

Vor allem ist ein konsistentes UI wichtig, um die User nicht zu verwirren.

 

Der Gesamteindruck zählt

Die User Experience befasst sich im Grunde mit der Frage, wie zufrieden ein Anwender bei dem Besuch und der Nutzung einer Website ist. Ob also alle seine Erwartungen erfüllt werden und welche Wahrnehmungen und Reaktionen vor, während und nach der Nutzung auftreten. Bei der Konzeption einer Website sollte genau diese Anwenderzufriedenheit über alle Bereiche hinweg im Vordergrund stehen – erst recht bei einer E-Commerce Plattform. Denn nur ein begeisterter – oder zumindest zufriedener – Anwender schließt einen Kauf auch wirklich ab, was an einer hohen Conversion-Rate erkennbar ist. Sehr wichtig dabei ist natürlich eine einfache Bedienbarkeit des Shops. Elemente wie die Suche müssen nicht nur sinnvoll platziert und gestaltet sein, sondern vor allem gute Suchergebnisse liefern, die den Anwender schließlich zum Kaufabschluss bewegen. Im Umkehrschluss kann, bei einem schlecht gemachten User Interface, die unzureichende Usability eines Shops den Anwender schnell frustrieren und zu unerwünschten Kaufabbrüchen führen. Ist der Anwender beispielsweise nach der Kaufentscheidung im Warenkorb angelangt, fehlt in vielen Onlineshops die Möglichkeit, den Warenkorb wieder zu verlassen, um den Einkauf fortzusetzen. Ein schlichter „Weiter einkaufen“-Button gibt dem Anwender die Sicherheit, dass er beim Verlassen des Warenkorbs nicht auch gleich den Kauf abbricht.

 

Die Zielgruppe steht an erster Stelle

Wie beim UI-Design steht idealerweise auch beim UX die Frage an erster Stelle, welche Zielgruppe die Website bedienen soll. Nur wenn die Persona bekannt ist, machen Überlegungen Sinn, welche Merkmale und Funktionen der Website diese Persona begeistern könnten. Mathematisch gesehen gilt dabei folgende Formel: Zufriedenheit = Erleben – Erwarten. Erlebt also ein Anwender bei der Bedienung einer Website weniger, als er erwartet, ist die Zufriedenheit negativ, sprich: er ist unzufrieden.

 

Zur Trennung von UI und UX

Bei der getrennten Betrachtung von UX- und UI-Aspekten geht es also nicht um einen Trend. Vielmehr ist es ein zwingend notwendiges Vorgehen, das den langfristigen Erfolg einer Website anvisiert. Im Rahmen der Konzeption sollte sich daher ein Team um die Themen Zielgruppe und User Experience Gedanken machen, während parallel ein zweites Team über ein ansprechendes und intuitives User Interface nachdenkt. Beide Teams müssen in stetem Austausch stehen. Denn eine Website, eine E-Commerce Plattform oder auch ein Produkt können nur dann gut funktionieren, wenn das Interface und das Nutzererlebnis miteinander kombiniert und aufeinander abgestimmt sind. Oder, um es mit den Worten von Rahul Varshney (Mitgründer von Foster.fm) auszudrücken: „User Experience (UX) und User Interface (UI) gehören zu den am häufigsten verwechselten und falsch verwandten Begriffen in unserer Branche. UI ohne UX ist einem Künstler vergleichbar, der ohne nachzudenken Farbe auf eine nackte Leinwand klatscht; während UX ohne UI dem Gitterrahmen für eine Skulptur gleicht, auf dem noch kein Pappmaché ist. Ein großartiges Produkterlebnis beginnt mit UX, gefolgt von UI. Für den Erfolg des Produkts sind beide essentiell.“

 

Weitere Best Practices und neue Impulse für den Erfolg Ihres E-Commerce stehen in der aktuellen Ausgabe unserer Zukunftsthemen im E-Commerce 2017.

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