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Meet Magento New York

Rückblick auf die Meet Magento New York 2016

Eine absurde Entwicklung: Die Vernetzung und Digitalisierung macht den persönlichen Kontakt im Arbeitsalltag immer unnötiger. Mails, Messenger, Ticketsysteme und Videoconferencing lösen direkte persönliche Gespräche sukzessive ab. Je weiter diese Entwicklung voranschreitet, umso mehr nimmt allerdings die Bedeutung und Wirksamkeit des persönlichen Austauschs wieder zu. Der persönliche Eindruck, der Erfahrungsaustausch, der Subtext einer jeden Unterhaltung, der Vertrauenszuwachs … Im Geschäftsalltag heute fast schon unbezahlbar! Ralf Lieser, Leiter Qualitätsmanagement bei netz98, hat sich auf der Meet Magento New York davon selbst ein Bild machen können. Ein Rückblick.

 

Meet Magento New York 2016

Von Atwix und interactive4 organisiert, war es die erste Meet Magento Konferenz, die ganz auf Business Themen ausgerichtet war. Im Interview mit Viacheslav Kravchuk, dem Gründer und Geschäftsführer der Agentur Atwix, erfahren Sie mehr zu den Hintergründen. Die Location, die City Winery New York, macht zumindest deutlich, dass sich die beiden Agenturen und die zahlreichen Sponsoren das Event einiges kosten ließen.

 

 

Ob die Veranstaltung einer voller Erfolg war, können abschließend nur die Organisatoren bewerten. Mein Eindruck war aber durchaus positiv: Auch wenn es auf den Bildern teilweise anders aussieht, so waren doch an die 200 Gäste anwesend. In der Hauptsache internationale Agenturen und Dienstleister sowie einige lokale Händler und Kundenunternehmen. Bemerkenswert war auch der hohe Anteil asiatischer Agenturen, die verstärkt Offices in den USA aufbauen, um für potentielle Kunden präsenter zu sein. „Be local available“ war ein Motto, das mehrfach genannt wurde. Leider fehlte es noch etwas an US-amerikanischen Teilnehmern.

 

Die Vorträge

Zahlreiche, qualitativ hochwertige Vorträge, ließen diesen Umstand allerdings schnell vergessen. Einer der besonders hervor stach, war der Vortrag von Joshua Warren, CEO of Magento Solution Partner Creatuity, über Magento 2 und dessen Potenzial in agilen Projekten. Magento 2 ist anspruchsvoll und verlangt aufgrund seiner Komplexität ein sehr sauberes, strukturiertes Vorgehen bei der Entwicklung. Mit einem Minimal Viable Product als erstem Ziel zu starten und davon ausgehend agil weiterzuentwickeln, macht da hinsichtlich Qualität und Scope-Governance mehr Sinn, als in einem einzigen großem Wurf eine vollumfängliche E-Commerce Plattform abzuliefern. Durch Unwägbarkeiten bzw. offene Punkte bei der Anforderungserhebung, wie es für die Startphase von E-Commerce Projekten nun einmal typisch ist, besteht ein nicht geringes Risiko, dass das Ergebnis nicht perfekt zu den Erwartungen des Auftraggebers passt und Kosten aus dem Ruder laufen. Startet man im kleinen Rahmen, sind Komplexität und Unschärfe aber beherrschbar. Gleichzeitig eignet sich Magento 2 aufgrund seiner modularen Struktur und Erweiterbarkeit hervorragend für ein agiles Vorgehen.

 

Der Kunde und die Magento Agentur

Entscheidend für ein erfolgreiches agilen Vorgehen ist allerdings die engere Zusammenarbeit zwischen Agenturen und ihren Kunden. Es klingt etwas abgedroschen, aber man kann es nicht oft genug sagen: Unternehmen als Auftraggeber sollen und müssen Softwareprojekte stärker mitgestalten und Agenturen als Partner begreifen, mit denen sie – wenn schon nicht ihre Ziele – ihre Lösungen Stück für Stück entwickeln und optimieren. Je wichtiger Technologien und deren dynamische Anpassung für den Geschäftserfolg werden, umso mehr muss man sich auch von einem klassischen Verständnis von Softwareentwicklung lösen. Es sind eben schon genug Wasserfall-Projekte den Bach runter gegangen.

 

Von Lamas und Legos

Kurt Theobald von Nucleus Commerce & Classy Llama erklärte den Teilnehmern der Meet Magento New York 2016  dann sehr anschaulich, warum ein agiles Vorgehen dem Wasserfall immer überlegen ist. Zwei Gäste hatten die Aufgabe, mit Legosteinen jeweils ein Lama zu bauen. Der eine im Publikum, die andere im Stillen hinter der Bühne. Letztere durfte zu Beginn alle, ihrer Ansicht nach benötigten Informationen erfragen. Der Gast, der im Publikum verblieb, startete ohne zusätzliche Informationen, hatte aber die Möglichkeit, sein „Zwischenergebnis“ gegen die Erwartungen von Theobald gegenzuchecken. Wen wundert es, dass dieses iterative Vorgehen ein Ergebnis näher an den „Kundenerwartungen“ lieferte.

Diese beiden Vorträge schließen dann auch den Kreis zum Thema lokale Verfügbarkeit: Immer mehr US-Kunden wollen – oder können sich vorstellen – mit der Agentur agil zusammenzuarbeiten, allerdings muss dazu aber mindestens ein Projekt-Ansprechpartner lokal verfügbar sein. Der Project Owner muss eben einfach in der selben Zeitzone agieren wie der Kunde.

 

Fremde Märkte

Spannend waren auch die anderen Einblicke, die die Meet Magento New York in den amerikanischen Markt bot. So erfuhr man von Pitney Bows etwa, was Händler alles beachten müssen, wenn sie Produkte aus der europäischen Union in den USA verkaufen möchte, wie die Produkte zu versteuern sind und welche Produktinformationen in welchen Formaten dafür vorgehalten werden müssen. Pitney Bowes ist vor fast einem Jahrhundert mit Frankiermaschinen gestartet. Wesentliche Unternehmenssäulen sind heute Softwarelösungen und digitale Dienstleistungen für den globalen Handel sowie Beratungsleistungen rund um Abrechnungs-, Zoll-, Kennzeichnungsfragen usw.

Vortrag von Pitney Bowes auf der MM16NY

In Gesprächen mit TCV, einem Investor und Beratungsunternehmen der Tech-Branche kristallisierte sich dann heraus, welche Anforderungen wiederum US-Händler und Unternehmen an Agenturen stellen. So gibt es grob einen Schnitt bei ca. 5 Mio Jahresumsatz. Ab dieser Grenze scheint das zuvor entscheidende Kriterium „Time-to-Market“ gegenüber „Zuverlässigkeit“ und „Qualität“ zunehmend in den Hintergrund zu rücken. Die Grenze liegt also etwas tiefer als gedacht. Dass es diesen Wechsel in der Fokussierung gibt, ist aber nicht verwunderlich. Je höher die Umsätze, umso abhängiger sind die Unternehmen vom reibungslosen Betrieb sowie einem professionellen Aufbau und einer lückenlosen Dokumentation ihrer Plattformen. Ein großer Pluspunkt für Magento 2 und die Enterprise Solution Partner – zumal US-Unternehmen dem Thema Agilität wirklich offen gegenüber stehen.

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