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2. September 2016 von in E-Commerce News

E-Commerce News: Vom Dash-Button zum B2B-Button zum Versorger

Nun hat in den vergangenen zwei Tagen jede Redaktion, die etwas auf sich hält, den Launch des Amazon Dash-Buttons wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf getrieben. Diesem Treiben wollen wir uns anschließen. Allerdings geht es uns nicht um den Bauch- sondern den B2B-Speck. Denn Amazon verkauft nicht nur Waschmittel und Rasierer. Außerdem geht es noch um eine Neuerung bei eBay.

 

Der Dash-Button

Jeder hat schon etwas vom Dash-Button gehört, aber hier noch eine kurze Zusammenfassung: Über den etwa USB-Stick großen Button, der via WLAN mit dem Internet verbunden ist, können Amazon-Prime-Kunden jeweils ein Produkt via Amazon „1-Click-Bestellung“ ordern. Die Konfiguration des Buttons, sprich die Hinterlegung eines Produktes, erfolgt über eine App. Der Button ist damit so etwas wie on-demand Variante des Spar-Abos. Der Versandriese kann damit den Einkauf von Verbrauchsgütern zumindest für bestimmte Kundengruppen nochmals attraktiver machen. Wobei es Sparen vermutlich nicht richtig trifft. Es gibt keine Preiskommunikation, keine definierbare Preisobergrenze und Amazon nimmt die Bestellung auch dann an, wenn der Preis höher ist, als bei der Erstbestellung. Sollte ein Produkt als zu teuer empfunden werden, bleibt dann nur die Rückgabe nach den jeweiligen Konditionen des Anbieters. Klar ist, dass man sich bei kleinen, relativen wie absoluten Differenzen diesen Stress nicht machen wird. Umgekehrt erhält der Kunde aber ein komfortables System, in dem Fehl- und Mehrfachbestellungen ausgeschlossen sind.

 

Internet of Things statt E-Commerce?

Zudem startet Amazon in Deutschland den Dash Replenishment Service. Smarte Geräte wie Waschmaschinen oder Drucker können über den Service eigenständig Verbrauchsgüter nachbestellen. Beko, Bosch, Brother und etliche andere Hersteller nehmen teil. Zu dem Sortiment intelligenter Einzellösungen, die von der hohen Marktdurchdringung und der immer umfangreicheren und leistungsfähigeren Logistik-Infrastruktur von Amazon profitieren, kommt noch die Echo-Box, über die man mit einem einfachen Sprachbefehl seit diesem Sommer auch Amazon-Prime-Produkte bestellen kann. Zu diesem Thema und der autonomen Lernfähigkeit solcher Geräte, gibt es hier einen guten Beitrag: Machine Learning im E-Commerce.

 

Zum jetzigen Zeitpunkt und in seiner jetzigen Gestaltung ist aber zumindest fragwürdig, ob der Dash-Button-Service überhaupt rechtlich zulässig ist.

Auf dem Shopbetreiber-blog ist zu lesen: „Die europäische Rechtslage lässt das Modell ‚Amazon Dash-Button‘ aktuell nicht zu. Über ein solches Modell wird das sehr hohe Verbraucherschutzniveau umgegangen.“

Andererseits kann sich Amazon diesen Test im europäischen Markt sicherlich leisten. Bleibt es bei ein kurzen Ballonfahrt, wird man die Gestaltung eben anpassen müssen.

 

 

Konkurrenz für B2B-Versender

Dash-Button Amazon Business

 

Schaut man sich die Liste der teilnehmenden Unternehmen an, fallen in der Kategorie „Haushalt & Büro“ die Buttons der Marken GBC, Nobo und Rexel auf, hinter denen die ACCO Brands Corporation steht, nach eigenen Angaben einer „der größten Anbieter von Büro-Markenartikeln der Welt. Wir vermarkten Produkte in mehr als 100 Ländern durch unseren eigenen Außendienst und unser ausgedehntes Vertriebsnetz …“.

Ein nennenswerter Verbrauch bei Druckerpatronen, Ringbuchordnern und Prospekthüllen sowie das Bedürfnis, in diesem Segment immer die gleichen Produkte nachzubestellen, ist aber kein Endverbraucher-, sondern ein B2B-Szenario … und kommt sicherlich in etlichen Offices gut an. Das in der Regel größere Mengen zu besseren Konditionen bestellt werden, tut der Nützlichkeit einer schnellen, unkomplizierten Order bei akutem Bedarf sicherlich keinen Abbruch, ebenso wenig rechtliche Bedenken. Das ist ein Thema für Abmahnanwälte und nicht für das Office Management. Hinzu kommt, dass der Amazon Service gerade erst gestartet ist und sicher noch weiter ausgebaut wird.

Dem Unternehmen hier kein strategisches Produktmanagement zu unterstellen, wäre fahrlässig. Diese Form des digitalen Direktvertriebs lässt sich sicherlich auch mit Amazon Business hervorragend kombinieren. Wie interessant der B2B-Markt ist, zeigen die wiederholten Versuche Amazons, hier Fuß zu fassen, und im Gegensatz zu „Amazon Supply“ setzt Business wesentlich stärker auf eine Added Value Strategie.

 

Fazit:

Auf jeden Fall bringt sich Amazon mit dem Dash-Button und den weiteren Services nicht nur in Sachen Smart Home weiter in Position, sondern auch bei der Digitalisierung von Einkaufsprozessen im B2B und zeigt, wie man markentreue Käufer durch entsprechenden Komfort aus dem Wettbewerb heraushält. Amazon entwickelt sich durch solche Services außerdem immer mehr vom Anbieter zum Versorgungsunternehmen.

 

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