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E-Commerce-News
16. Juni 2016 von in E-Commerce News

Ausstiege, Einstiege und Übernahmen im E-Commerce

Wir haben uns wieder umgeschaut und einige interessante Entwicklungen im und für den E-Commerce zusammengetragen: Es geht um Suchtechnologien, einige Übernahmen und die Bedeutung des Brexit für den Onlinehandel.

 

Intelligente Suchtechnologie

Das israelische Start-Up Twiggle hat das Interesse der Alibaba Group geweckt. Der Betreiber  der Handelsplattform für B2B-Unternehmen, der sich gerade von einem kleinen Kurseinbruch erholt, nachdem die US-amerikanische Börsenaufsicht das Unternehmen wegen möglicher Verstöße beim Wertpapierhandel unter die Lupe nehmen will, soll 5 bis 10 Millionen Dollar in den Entwickler einer Suchtechnologie investieren. Das besondere an Twiggle? Anstatt vielfältigster Filter, hoher Fehlertoleranz und einer schnellen Verarbeitung setzt Twiggle auf Machine Learning Algorithmen, Natural Language Processing sowie Produkt- und Kontextinformationen aus allen möglichen Quellen, nicht nur von der Seite, auf der die Technologie eingesetzt wird. So soll es dann möglich sein, auch sehr unklare Suchanfragen wie „ich suche einen nicht-weißen Kühlschrank mit mindestens zwei Türen, der aber in eine Ecke passt und nur wenig verbraucht“ sinnvoll auszuwerten. Mit der richtigen Spracherkennung, lässt sich das Onlineangebot eines Händlers dann auch ohne irgendwelche Devices durchsuchen.

 

Twiggle intelligente Suche

Screenshot: twiggle.com

 

Ab August soll man die Leistung von Twiggle erstmals auf einigen E-Commerce Plattformen bestaunen können.

 

Übernahmen im E-Commerce

Der Markt konsolidiert sich weiter. Eine der größten Übernahmen im E-Commerce war jüngst der Kauf des SaaS-Anbieters demandware durch salesforce. Mit dem Zukauf ergänzt das Softwareunternehmen seine Business-Cloud-Plattform, die bereits Sales, Service, Marketing, Analytics und Community Lösungen umfasst, um den Bereich Commerce.

 

Übernahmen im E-Commerce Emmas Enkel

Quelle: http://www.emmas-enkel.de/neuigkeiten/digital

 

Außerdem war der Handelsriese Metro auf Shoppingtour: Im Mai wurde das Start-Up Emmas Enkel übernommen. Das 2011 gegründete Unternehmen betreibt einen Online-Lebensmittelhandel und Stores in Berlin, Essen und Düsseldorf. Neben einem klaren Branding überzeugen die Nachkommen von Tante Emma mit einem serviceorientierten Multichannel-Konzept. Lokaler Verkauf, Versand, Click&Collect oder Bestellungen in der Filiale bilden ein kundenfreundliches Ganzes. Dennoch sieht die Metro Group Emmas Enkel wohl vor allem als E-Commerce Innovationstreiber.

 

Zuvor hatte Metro über die Real Holding den Online-Marktplatz Hitmeister erworben. Hitmeister hat rund 13 Millionen Produkte von 5.000 Lieferanten im Angebot. Das Portfolio gleicht sehr stark dem Non-Food Sortiment von Real. Hitmeister soll die E-Commerce-Strategie von Real unterstützen und selbst wiederum von dessen Reichweite und Bekanntheit profitieren. Der Deal wurde nun vom Bundeskartellamt genehmigt.

 

Vor dem Hintergrund, dass Metro seine Geschäfte in zwei Handelsgruppen neu organisieren will, einem „Großhandels- und Lebensmittel-Spezialisten“ (Metro Cash &Carry, Real) und eine Consumer-Electronics-Gruppe (Media Saturn), wird klar, das Metro die klassischen Segmente um digital zu Wettbewerbern wie Rewe und Edeka aufzuschließen.

 

Dass die Metro Group die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf der Suche nach innovativen, digitalen Umsatztreibern gezielt mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen experimentiert, zeigt sich auch beim jüngsten Testlauf der Starship-Roboter auf dem Metro-Firmengelände. Die kleinen, erdgebundenen Drohnen (wir berichteten) sollen Lieferungen bis zu 15kg im innerstädtischen Umfeld zustellen.

 

Crossborder E-Commerce nach dem Brexit

Während die europäische Kommission unter der Federführung von Digitalisierungskommissar Günther Oettinger erste Vorschläge für die Stärkung eines digitalen Binnenmarkt auf den Weg bringt, die auch den E-Commerce und speziell den grenzüberschreitenden Handel betreffen (vor 2017 ist allerdings nicht mit einer parlamentarischen Umsetzung in EU-weite Verordnungen zu rechnen), steht der wichtigste Onlinemarkt Europas kurz vor dem Ausstieg aus dem digitalen Binnenmarkt.

 

In genau einer Woche entscheiden die Briten über einen Austritt aus der EU. Ein Brexit dürfte dem Crossborder E-Commerce einen deutlichen Dämpfer verpassen. Immerhin 71 Prozent der britischen Onlinehändler bieten ihre Produkte auch außerhalb Großbritanniens an, 50 Prozent der E-Commerce Exporte gehen nach Westeuropa, in der Hauptsache Deutschland und Frankreich.

 

Diese Entwicklung könnte deutschen Onlinehändler noch egal sein, allerdings würde auch der Zugang zum britischen Absatzmarkt erschwert. Neben möglichen Zöllen würden auch Logistikkosten und Transportzeiten einen Einkauf auf dem Festland unattraktiver machen. Vor diesem Hintergrund dürfte die ein oder andere Internationalisierungsstrategie nochmal überdacht werden.

 

 

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