In unseren Beiträgen für den Regalsprecher werden wir nicht müde, darauf hinzuweisen, dass E-Commerce-Projekte meist sehr komplex sind und die Komplexität tendenziell weiter zunimmt. E-Commerce ist heutzutage eben wesentlich mehr als nur die schlüsselfertige Entwicklung einer Stand-Alone-Shoplösung. Kritische Themen sind heute die Integration in Unternehmenssysteme, umfassende Skalierbarkeit bzw. Flexibilität, Rechtssicherheit und Datenschutz, die passenden, zielgruppenorientierten Marketingmaßnahmen und vieles mehr.

 

Die Anforderungen eines E-Commerce-Projekts sind für Kunden und Dienstleister in den einzelnen Teildisziplinen wie auch im übergreifenden Projektmanagement sehr hoch.

Ein vollumfängliches Projektmanagement können Auftraggeber meist nicht mehr selbst leisten. Es fehlt am technologischen und prozessualen Know-how sowie an Personal. Außerdem würden Ressourcen aus produktiven Prozessen abgezogen. Deshalb bietet es sich an, das Projektmanagement entweder an eine Full-Service-Agentur oder an ein Partnernetzwerk zu delegieren.

 

Full-Service-Agenturen

Full-Service-Agenturen haben den Anspruch, möglichst viele Einzelleistungen integriert anzubieten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Versprechen, durch Bündelung den Gesamtkostenaufwand zu verringern. Mit jeder Einzelleistung reduziert sich schließlich der relative Aufwand für die Organisation aller Leistungen. Außerdem sind Projektkosten und ‑dauer mit nur einem Ansprechpartner, nur einem Preismodell und überschaubaren Arbeitsabläufen wesentlich besser planbar. Andererseits geht mit dem breiten Leistungsangebot aber auch die unternehmerische Notwendigkeit einher, möglichst viele Leistungen zu verkaufen und Angebote wie Prozesse zu standardisieren.

 

E-Commerce Partnernetzwerke

Auf der anderen Seite stehen Partnernetzwerke. Sie können im Idealfall auf ein noch breiteres Portfolio zurückgreifen als Full-Service-Agenturen und verfolgen ein anderes Geschäftsmodell: Das Partnernetzwerk im Gesamten ist nicht darauf angewiesen, so viele Leistungen wie möglich an den Kunden zu bringen. Jeder Partner ist Experte auf seinem Gebiet und ergänzt die Leistungen der anderen, ohne dass sie jedoch in einer Wertschöpfungskette aufeinander aufbauen müssen. Kunden können einen integrierten Full-Service oder nur einige spezialisierte Einzelleistungen beziehen.

 

Ein Partner wie ein Generalunternehmer

Auch hinsichtlich eines effizienten Projektmanagements müssen sich Partnernetzwerke nicht hinter Full-Service-Agenturen verstecken. Bei Bedarf übernimmt einer der Partner die Lead-Funktion und steuert die Kommunikation und das Projektmanagement gegenüber dem Kunden und den anderen Partnern. Darüber hinaus profitieren Kunden bei Partnernetzwerken von einer höheren Agilität. Sollten während des Projektverlaufs unbekannte Herausforderungen auftreten oder müssen zusätzliche Leistungen integriert werden, kann die Lead-Agentur schnell auf die Fähigkeiten der Spezialisten im Netzwerk zurückgreifen.

 

Full-Service definiert sich vom Kunden aus

Vor der Auswahl des passenden Dienstleisters sollte man sich auch darüber im Klaren sein, was man unter Full-Service versteht und wie viel Leistungen man wirklich benötigt. Sinnvollerweise definiert man Full-Service weder über die Anzahl der Leistungserbringer noch über die Anzahl der Leistungen, sondern schlicht aus der Perspektive desjenigen, der den Service benötigt, also aus der des Kunden. Um seine Wünsche und Anforderungen passgenau erfüllen zu können, bedarf es einer hohen Flexibilität und Individualisierbarkeit. Partnernetzwerke gewährleisten dies schon aufgrund ihrer Struktur. Jedes Einzelunternehmen verfügt durch die Fokussierung auf ein Themengebiet über die Kenntnisse, die agilen Workflows und die nötigen Ressourcen, um schnell maßgeschneiderte Angebote zu entwickeln. Deshalb sind Partnernetzwerke häufig die bessere Wahl, wenn Unternehmen in ihren E-Commerce-Projekten einen „echten“ Full-Service verlangen.