Schöne Bilder, informative Texte, präzise Produktdaten und nutzwertige Produktvideos. Es ist kein Geheimnis, dass die richtigen Informationen in der richtigen Detailtiefe an der richtigen Stelle aus Interessenten Kunden machen können. Im Onlinehandel ist gerade der Mangel an diesen Informationen in vielen Fällen für eine niedrige Konversionsrate verantwortlich.

 

Worum geht es?

Das betrifft gleichermaßen den B2C- wie auch den B2B-E-Commerce. Die Beispiele reichen hier von trivialen Fällen, wie dem fehlenden Produktbild zu einem Artikel, über das Fehlen spezieller Einzelinformationen, wie dem Durchmesser eines Netzteilsteckers, bis hin zu komplexen Anforderungen wie der vollständigen Angabe von synonymen und verwandten Begriffen für eine effektive Suche. Besonders anspruchsvoll ist das Problem in Bezug auf Produktkonfiguratoren. Diese Tools müssen Informationen von unterschiedlichen Produkten miteinander verknüpfen. Dahinter steht ein Regelwerk, das klar definiert, über welche Merkmale ein Produkt verfügen muss, um mit einem anderen kombiniert zu werden. Fehlt in den Produktinformationen allerdings dieses Merkmal oder ist ein falsches hinterlegt, ist der Nutzen des Konfigurators dahin. Denn genauso schlimm wie fehlende Informationen sind eben falsche. Im Regelfall mangelt es im Unternehmen aber nicht an den nötigen Informationen und Mediainhalten. Sie werden nur nicht für das Product Information Management des Online-Shops verfügbar gemacht. Die richtige und regelmäßige Pflege dieser Informationen und Mediainhalte (zum Beispiel durch den kombinierten Einsatz von Magento und einem PIM-System), kann also wirklich Gold wert sein.

 

Solange das eigene Produktportfolio überschaubar ist, sind die geschilderten Probleme aber eher die Ausnahme. Die Produktdaten liegen im ERP-System (z. B. SAP, Microsoft Dynamics AX bzw. NAV etc.) und im Backend des Webshops wird ein bisschen Text und Bilder nachgepflegt. Herausfordernd wird es, wenn viele tausend Artikel verwaltet werden, viele Schnelldreher im Sortiment sind oder ständig neue Angebote erstellt werden. Wenn dann die benötigten Daten über das Unternehmen und die IT-Systeme verteilt sind, ist das Chaos schnell perfekt.

 

Produktinformationen zentral managen

Bei großen, insbesondere internationalen B2C- oder B2B-E-Commerce-Plattformen geht der Trend daher seit einiger Zeit zur Integration von Systemen für das sogenannte zentrale „Produktinformationsmanagement“, kurz PIM. Meistens sind hier unterschiedliche Abteilungen eines Unternehmens daran beteiligt, die notwendigen Informationen für das gesamte Produktsortiment zusammenzutragen. Gerade im B2B-Umfeld spielen neben Bildern und Texten auch Produktstammdaten, Varianten, Preise, Sicherheitsdatenblätter, wichtige Verkaufsargumente und technische Detailmerkmale eine entscheidende Rolle. Die Datensätze sind entsprechend umfangreich und komplex. Zu allem Überfluss stammen die Informationen nicht nur aus mehreren Quellsystemen, sondern sie müssen auch für eine Vielzahl von Zielsystemen oder -medien (Website, E-Commerce-Plattform, Kataloge, Broschüren, Jahresbericht, POS-Applikationen, Video und TV etc.) und für eine Vielzahl von Aufgabekanälen (Marketing, Vertrieb, Presse) in der jeweils passenden Art und Weise bereitstehen. Ein solcher Multichannel-Ansatz ist zeitaufwändig, fehleranfällig und lässt sich nur noch durch eine zentrale, medienneutrale Datenhaltung erfolgreich managen. Damit schlägt die Stunde des PIM!

 

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Kosten und Anforderungen

Wirklich Sinn macht ein PIM-System auch nur in diesem Kontext, denn erst durch unternehmensweite Synergien ist eine solche zentrale Datenhaltung wirtschaftlich. Das liegt insbesondere an den recht hohen Integrationskosten: Die Einführung eines PIM ist ein komplexes und aufwendiges Projekt über mehrere Monate. Es gilt, die Anforderungen des Unternehmens zu definieren, sich gemeinsam mit allen späteren Nutzern – und die finden sich eben in fast allen Fachabteilungen – Klarheit über die eigenen Prozesse und Workflows zu verschaffen. Dann ist es notwendig, das passende PIM-System auszuwählen, einzuführen, die Daten zu integrieren und ihre Konsistenz sicherzustellen sowie schließlich die Mitarbeiter im Umgang mit dem PIM zu schulen.

 

Fazit

In bestimmten Szenarien kann ich Kunden die Einführung eines PIM-Systems in eine Magento Lösung nur stärkstens anraten. Dann am besten auch in Kombination mit einem Digital Asset Management bzw. Media Asset Management (DAM/MAM) – je nach dem, in welchem Ausmaß auch mediale Inhalte gepflegt werden müssen. Welches System dabei das geeignetste ist, hängt ganz von den individuellen Bedürfnissen der Unternehmen ab. Mit akeneo, CONTENTSERV, mediacockpit von der DAM Group, pimcore, portlight und unserem neuen Partner im United E-Commerce-Netzwerk SDZeCOM kann ich aber guten Gewissens eine kleine Auswahl empfehlen. Auch das PIM-Verzeichnis (www.pim-verzeichnis.de) ist für den ersten Einstieg in das Thema ein guter Startpunkt.