Multichannel beschreibt die parallele Nutzung mehrerer Vertriebs- und Kommunikationskanäle: etwa E-Commerce, lokale Geschäfte, Social Media und Printmedien wie Kataloge. Die Nutzer informieren sich im Internet, kaufen dann im Laden und teilen ihre Einkäufe über Facebook mit Freunden. Sind die Kanäle eng verknüpft, spricht man von Crosschannel, werden nahezu alle genutzt, von Omnichannel – die Grenzen sind fließend. Dieses Verhalten wird bei Kunden zur Normalität– wie aber reagieren die Händler darauf? Im folgenden zeigen wir Ihnen anhand einiger Beispiele verschiedene Multichannel-Ansätze.

 

Multichannel-Erlebnis-Häuser

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Douglas entwickelt sich mehr und mehr zum Multichannel-Händler: Produkte können online bestellt und in der Filiale abgeholt werden. In einigen Filialen stehen Kunden große, interaktive Monitore zur Verfügung, auf denen sie sich die TOP-Produkte oder auch Events ihrer Filiale anzeigen lassen können. Ende 2014 führte Douglas außerdem die kontaktlose, mobile Bezahllösung Yapital ein.

www.douglas.de

 

Kundenbindung per App

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Kunden in Onlineshops weitere Produkte zu empfehlen, ist gang und gäbe. Über die Kauf-Historie lassen sich Empfehlungen auch recht treffend aussprechen. In Filialen ist das eigentlich nur bei bekannten Stammkunden möglich. Dies soll nun die App „Personal Shopping Assistent“ vereinfachen – wenn der Kunde mit dieser App im Laden eincheckt, erhält der Verkäufer auf seinem Smartphone eine Meldung, dass der Kunde den Laden betreten hat und bekommt die Kauf-Historie angezeigt. Das Tool setzt z. B. Neiman Marcus in seinen Filialen ein.

http://www.neimanmarcus.com/en-de/index.jsp

 

POS in U-Bahn-Stationen

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Plakate mit QR-Codes an Bushaltestellen sind ja schon wieder Old-School! Amazon integriert nun digitale Pop of Stores in U-Bahn-Stationen. Diese sind direkt an den Bahnsteigen oder in der Nähe der Eingänge platziert. Die Screens sind interaktiv bedienbar und der Nutzer kann sich „durch die Produkte wischen“, QR-Codes der Artikel einscannen oder sich einen Link schicken lassen, um das Produkt – wieder an der Oberfläche angelangt – bestellen zu können.

Quelle: http://www.adweek.com/news/technology/ny-subway-riders-can-now-shop-amazon-while-underground-161626

 

Smart TV

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Jeder hat sich mit Sicherheit schon mal dabei ertappt: Es läuft ein TV-Spot, der das Interesse weckt und man würde den beworbenen Onlineshop besuchen, wenn es nicht zu mühsam wäre, den Laptop noch mal anzumachen, und das Smartphone ist gerade nicht in Reichweite. Wie einfach sich das doch lösen lässt, wenn man direkt über den Fernseher  im Onlineshop stöbern kann. Im nächsten Schritt werden die TVs dann auch dem Shop mitteilen, welches Produkt man gerade gesehen hat.

http://www.samsung.com/de/microsite/smarttvapps/

 

Mobile Payment

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Mobile Payment wird 2015 auf jeden Fall weiter ein Trend sein – an der Stelle sei auf die Zukunftsthemen-Ausgabe 2013 hingewiesen, die wir Ihnen gerne in digitaler Form zukommen lassen, darin hatten wir einige Beispiele vorgestellt. Hier möchten wir aus aktuellem Anlass auf Apple Pay eingehen. Die Bezahlung erfolgt per NFC. In den USA arbeitet Apple bereits mit den wichtigsten Kreditkarten-Unternehmen zusammen und hat große Brands wie Starbucks und McDonalds angebunden, um sich für iPhone-Nutzer als attraktiver bargeldloser Zahldienst zu positionieren.

https://www.apple.com/apple-pay/

 

Interaktiver POS

 

Gute Schaufensterdekorationen haben immer auch Geschichten erzählt und Emotionen transportiert. Im Schaufenster des Pariser Printemps-Flagship flogen nun ein kleiner Junge und sein Teddy mit einem Regenschirm von London nach Paris. Das Besondere: Die Passanten konnten via Smartphone in die Geschichte eingreifen und zum Beispiel das Wetter ändern, so dass ein Sturm den Jungen beim Flug über den Ärmelkanal erwischt. Die Kampagne wird mit diversen Maßnahmen in den sozialen Medien und anderen Kanälen verlängert.

Quellen: http://www.clickz.com/clickz/news/2381316/burberry-and-printemps-team-up-for-digital-holiday-display

 

Mobile Strategie

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Auch Starbucks weiß seine Restaurants mit den mobilen Endgeräten zu verknüpfen. Dabei ist auch Mobile Payment via App ein Bestandteil. Durch die eigens entwickelte App kann Starbucks wertvolle Daten über seine Gäste sammeln und erkennen,  in welchen Filialen sie ihren Kaffee kaufen, wie oft und welche Produktvorlieben sie haben? So kann Starbucks individuelle Profile anlegen und individuelle Angebote unterbreiten. Die App bietet dem Nutzer ebenfalls Vorteile: Er sieht, wo die nächste Filiale ist und kann darüber Treuepunkte sammeln.

http://www.starbucks.de/coffeehouse/mobile-apps

 

Wearables

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Smartwatches und Wearables werden in den kommenden Monaten ein immer größeres Thema sein. Vor allem Armbänder, mit denen bequem per NFC bezahlt werden kann oder Armbänder, die Werbung und Loyality-Angebote anzeigen, etwa wenn der Träger an einem Kaufhaus oder dem Store einer Kette vorbeikommt, könnten interessante Einsatzgebiete werden.

http://www.wirecard.de/newsroom/pressemeldungen/newsdetail/wirecard-stellt-das-erste-payment-wearable-auf-hce-basis-vor/

 

E-Commerce für stationäre Händler

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Ein Marktplatz und Schaufenster für Angebote aus dem stationären Handel – das ist Locafox. Die Plattform bietet Informationen zu Angeboten mit Verfügbarkeit, Preis, Produktbeschreibungen und Bildern sowie den Standorten und Öffnungszeiten der Händler in ihrer Nähe. Besucher sehen die Entfernung zu den stationären Händlern und können Artikel zur späteren Abholung reservieren. Neben einer Desktop- und einer Mobile-Variante wird es auch eine Locafox App geben.

https://www.locafox.de/

 

Diese Beispiele für Verkaufskonzepte finden sich auch in den „Zukunftsthemen im E-Commerce 2015“ von netz98, zusammen mit vielen anderen Best Practices. Die Zukunftsthemen können Sie hier kostenlos herunterladen.