Wie angekündigt, geht es heute um das Thema Schnittstellen und SAP: Wir haben uns in letzter Zeit intensiv mit dem Thema Schnittstellen zu Magento Enterprise auseinandergesetzt. Besonders aktiv waren wir in Bezug auf das im B2B-Umfeld verbreitete – und extrem mächtige – ERP-System von SAP. Mit Produkten wie SAP R/3 Business Suite, Business One, Business All-in-one und Business ByDesign ist SAP ein Quasi-Standard für ERP-Systeme.

 

Unser Ziel ist es, die Leistung von SAP auch für eine Magento E-Commerce-Plattform optimal nutzbar zu machen. Dazu muss sie natürlich performant integriert sein. Bei einem SAP-Integrationsprojekt gehen wir dazu immer zweistufig vor. Der erste Schritt ist die eigentliche Systemanbindung. Darauf folgt dann das Detail-Mapping, in dem die spezifischen Workflows der Kunden umgesetzt werden – und das kostet eben Zeit, woran auch sorgfältigste Planung und ein hervorragendes Projektmanagement nichts ändern. Ein Integrationsprojekt kann durchaus bis zu 70 Personentage umfassen und dieser Aufwand ist natürlich mit Kosten für unsere Kunden verbunden. Aber muss das sein?

 

Collaboration am Cafétisch

Wie so oft geht eine gute Idee auf den koffeingetriebenen Austausch unter Kollegen zurück: Jeder erzählte von seinen letzten Projekten – die sich zufällig im SAP-Umfeld bewegten – und wir haben festgestellt, dass das teilweise umfangreichen Customizing unserer Kunden, der grundlegende Systemaufbau, die resultierenden technischen Herausforderungen und die geforderten Funktionen und Transaktionen mehr oder minder immer die gleichen sind. Auch die verwendeten Formate bei Kundendaten, Produktdaten, Preis- und Bestellinformationen sind meist identisch. Schnell reifte eine erste Idee: Warum sollten wir uns nicht die Arbeit erleichtern und ein Basismodul entwickeln, dass über die zentralen Funktionen und die Standardschnittstellen für eine grundlegende Anbindung von SAP und Magento sorgt? Das spart Zeit und senkt die Projektkosten.

 

SAP-Connector für Magento Enterprise

Wir haben natürlich nicht im luftleeren Raum vor uns hin gebastelt. Vor dem Start mussten wir erst einmal Controlling, Marketing, Sales und auch die Geschäftsführung überzeugen. Die zu erwartenden positiven Kosteneffekte und Synergien sowie die beschleunigte Projektumsetzung waren aber Anlass genug, in die Research & Development-Kasse von netz98 zu greifen. Leadentwickler für das interne Projekt wurde mein Kollege Christian Münch und gemeinsam mit zwei anderen Entwicklern konnten wir nach etwa 3 Monaten unseren SAP-Connector für die Magento Enterprise Edition präsentieren. Besonders wichtig war uns eine hohe Qualität. Wir haben uns daher streng an ein Continuous Integration genanntes System der Softwareentwicklung gehalten, um ein umfangreiches Qualitätsmanagement für das gesamte Entwicklungsprojekts zu gewährleisten. Kurz: Jeder Codeschnipsel wird quasi kontinuierlich und bei jeder Änderung auf seine Funktionalität getestet.

 

Onlineshops für SAP R/3 4.6 bis SAP Business Suite

Die Investition hat sich gelohnt. Wir haben jetzt ein Modul, das über eine hohe Reife verfügt, mit dem wir den Zeitaufwand für die Integration um bis zu 50 Prozent senken können und so Kunden einen schnelleren Time-To-Market ermöglichen. Der SAP-Connector stellt ein eigenständiges, gekapseltes Grundmodul dar, das über eine Vielzahl flacher Schnittstellen die reibungslose bidirektionale Übermittlung von Produktinformationen, Preisen, Kundendaten und Bestellungen zwischen SAP und Magento ermöglicht. Der einfachste Weg, um Magento anzubinden, war die Nutzung der Netweaver-Plattform. Da aber in vielen Unternehmen noch die SAP Versionen 4.6 und 4.7 im Einsatz sind, die Netweaver nicht unterstützen, haben wir auch BAPI-Konnektoren integriert. Der Datenaustausch selbst erfolgt meist in den Formaten IDocs, XML bzw. als IDoc-XML und geschieht natürlich verschlüsselt. Und selbstverständlich sind die Schnittstellen vollständig dokumentiert. Der SAP-Connector ist also sowohl State-of-the-Art aber auch rückwärtskompatibel – Investitionsschutz ist eben ein zentrales Kriterium bei der Auswahl von Shopsystemen und Dienstleistern.

 

Ausgehend von dieser Basis, können wir dann die Anpassungen an die individuellen Anforderungen unserer Kunden in sehr kurzer Zeit vornehmen. Und sollte irgendwann ein Update geplant sein, oder unser Kunde das E-Commerce-Projekt zukünftig inhouse betreuen wollen, dann ist das dank der ausführlichen Dokumentation auch kein Problem.