Am 4. und 5. Juli fand die 10. Meet Magento Deutschland statt. Im Vorfeld gab es bei dem Veranstaltern und der Organisation einige Veränderungen. Wir finden, dass hat dem wichtigsten deutschen Magento Event sehr gut getan und hoffen, es geht so weiter. Ein kleiner Rückblick auf zwei spannende Tage.

 

Früher musste man häufig ein Jahr und einen Tag verstreichen lassen, bevor man mit dem Segen der Öffentlichkeit eine neue Verbindung eingehen konnte. Die Jahresfrist war nicht nur Ausdruck von Anstand, sondern hatte schlicht auch praktische Gründe: Es galt sich von alten Verantwortlichkeiten oder Denkweisen zu lösen und sich für das Neue bereit zu machen. Das braucht eben Zeit. Nicht anders ist es bei der Meet Magento Association und Magento Commerce.

 

Mosern und motzen

Unter ebay Enterprise hatten sich Magento- und Community-Veranstaltungen ja überschnitten. Und es entstand vor allem hierzulande der Eindruck, Magento lege keinen Wert mehr auf die eigene Community. Das dann 2014 auch noch wichtige Neuerungen wie das Release der CE 1.9 und der EE 1.4 erst einige Tage nach der Meet Magento Germany auf der Magento Imagine in Vegas bekannt gegeben wurden, war für einige in der Community ein Sakrileg. Aber mal ehrlich, warum sollte ein global tätiges Softwareunternehmen, das durch Lizenzeinnahmen die Entwicklung und den Vertrieb sowohl der proprietären Enterprise-Version als auch der Open-Source-Software voranbringt, ein neues Release zuerst auf einer lokalen User-Veranstaltung vorstellen, anstatt auf seinem eigenen Event? Das Mosern und Motzen in der Community ließ daher eher auf verletzte Eitelkeiten schließen. Die business-ferne Kritik an der Enterprise-Edition auf der Meet Magento 2015 trug sicherlich auch nicht zu einem besseren Verständnis bei.

 

Andererseits hat die Meet Magento mit ihrer Networking-Plattform und zahlreichen Services in etlichen Ländern, in denen Magento selbst nicht wirklich aktiv war und ist, den Magento-Nutzern über Jahre hinweg einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Von der Reichweite und den Impulsen der Meet Magento als Community-Sprachrohr hat auch Magento selbst eindeutig profitiert. Eine bessere Zusammenarbeit wäre für das Magento Ecosystem also von Vorteil gewesen.

 

 

Magento und die Association – Beziehungsneustart

Mit der Umstrukturierung der Meet Magento (Gründung der Association, ihrer organisatorischen Unabhängigkeit von Netresearch, der veränderten Schwerpunktsetzung und Professionalisierung) einerseits sowie der Eigenständigkeit von Magento Commerce, hat sich im vergangenen Jahr dann aber einiges getan, was einen Neustart des etwas verkorksten Verhältnisses ermöglichte. Auf der Magento Live UK 2016 konnten sich beide die Hand reichen und formal eine Zusammenarbeit verkünden.

 

 

Meet Magento 2016 – Frühlingsgefühle im Sommer

Auf der Meet Magento DE 2016 konnte man die ersten Auswirkungen spüren und das Event war dieses Jahr definitiv besser und interessanter als die vorangegangenen. Es gab eine Vielzahl spannender Vorträge, wobei die Schwerpunktbildung rund um das Trendthema B2B E-Commerce eine gute inhaltliche Klammer bildete. Trotz der eher kurzfristig entwickelten Agenda und der knappen Planungs-, Einladungs- und Call-for-Paper-Zeiträume waren die Teilnehmerzahl und die Qualität der Vorträge beachtlich. Wohl auch aufgrund des B2B-Fokus befand man sich in diesem Jahr zudem nicht nur unter seinesgleichen. Eine größere Zahl von Unternehmen hatte sich unters Publikum gemischt, was der Themenvielfalt beim Erfahrungsaustausch sehr zu Gute kam.

 

 

 

Na dann Prost

Dieses Jahr gab es keinen Grund, irgendetwas zu ertränken

 

 

 

Magento 2

Was etwas verwunderte, war der eigentümliche Respekt vor dem Thema Magento 2. Nur wenige Vorträge auf der Meet Magento 2016 befassten sich explizit mit der nun immerhin schon 9 Monate alten Version (wenn, dann auch fast ausschließlich aus Entwicklungsperspektive), auch bezogen sich die meisten Cases noch auf Magento 1 Szenarien. Man gewann den Eindruck, dass sich bisher kaum jemand ernsthaft mit der Software, ihrer Architektur und den Notwendigkeiten einer Migration von 1 nach 2 beschäftigt hat. Ja, natürlich ist es kein einfaches Update. Von Anfang an war klar, das Magento 2 ein Umdenken bei Entwicklern und Agenturen erfordert. Außerdem tickt die Uhr. Der Support läuft in zwei Jahren aus. Ein passives Abwarten bis hin zu vogelstraußartiger Verleugnung dürfte dann für viele in einem bösen Erwachen enden.

 

 

Fazit

Die diesjährige Meet Magento DE war rund um gelungen. Wir sind gespannt auf die nächste und hoffen dann auf mehr Erfahrungen im Umgang mit Magento 2.