Magento Commerce hat RJMetrics, den Anbieter einer cloudbasierten Business Intelligence Lösung, gekauft und bietet dessen Leistung zukünftig unter dem Produktnamen Magento Analytics an. Wir schauen, was es damit auf sich hat. 

 

Trends im E-Commerce – Cloud und Daten

Wie auch alle anderen großen Anbieter von E-Commerce Lösungen oder Sales Applikationen folgt Magento ebenfalls den beiden großen Trends Cloud und Business Intelligence bzw. Data Driven E-Commerce. Es geht einerseits um eine einfachere – auch wirtschaftlichere – Bereitstellung und individuelle Skalierung des Shopsystems sowie passender Services. Magento bietet dazu mit der Magento Enterprise Cloud Edition mittlerweile eine vollständige PaaS-Lösung an. Die garantiert nicht nur eine hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, sondern bietet auch hinsichtlich einer kontinuierlichen Optimierung und Anpassung des E-Commerce Plattform an Kundenanforderungen besondere Möglichkeiten. Neben dem Produktivsystem können nämlich unzählige Entwicklungsumgebungen parallel genutzt werden. Außerdem ist das Deployment wesentlich einfacher – und sicherer.

 

Datengetriebener E-Commerce

Das führt zum zweiten Trendbereich Business Intelligence. Denn um zielgerichtet auf Kundenanforderungen hin zu optimieren und den Shop weiter zu entwickeln, muss man Wissen, welche Anforderungen Kunden überhaupt stellen. Dazu müssen Daten zur Verfügung stehen, gesammelt und intelligent ausgewertet / interpretiert werden. In der Regel ist die Verfügbarkeit das geringste Problem. Neben den Daten aus dem Shopsystem und aus kostenlosen Monitoring-Lösungen wie Google Analytics, verfügen die meisten Unternehmen über zahlreiche weitere Datenquellen (Social Media Netzwerke und Tools mit eigener Datenerhebung, Marketing Systeme und Warenwirtschaft). Laut Forrester Research nutzen Unternehmen in der Regel aber nur ein Drittel dieser Daten. Das Sammeln an zentraler Stelle und die Auswertung der Daten für eine valide Geschäftsentwicklung ist also immer noch eine große Herausforderung.

 

RJMetrics wird zu Magento Analytics

Hier kommt RJMetrics ins Spiel. Gestern hat Magento die Übernahme des Anbieters einer cloud-basierten, auf E-Commerce Szenarien spezialisierten, Business Intelligence Lösung bekannt gegeben. RJMetrics kann von Haus aus eine gewaltige Zahl von unterschiedlichsten Datenquellen zugänglich machen: Die Möglichkeiten reichen von SQL- und NoSQL-Datenbanken, Facebook, Google & Co, führenden Marketing-Applikationen wie Salesforce bis hin Redshift der Data Warehouse Lösung von Amazon. RJMetrics führt dann alle relevanten Daten in einem zentralen Data Warehouse zusammen und bereitet sie mit einer leistungsfähigen BI-Engine zu wertvollen Informationen auf. Die Informationen werden dann in einem nutzerfreundlichen Dashboard zusammengestellt. Man muss also kein Data Scientist sein, um aus den Daten Rückschlüsse auf die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen zu ziehen. Diese Arbeit übernimmt RJMetrics.

 

Screenshot RJMetrics Produktsegmente Magento Analytics

Quelle: Screenshot RJMetrics

 

 

Leistungen von Magento Analytics

Was haben Magento Nutzer davon? Mit dem neuen Angebot Magento Analytics können Shopbetreiber und E-Commerce Verantwortliche ab sofort das Kundenverhalten, den Wert einer Kundenbeziehung, die Performance und Wirtschaftlichkeit ihrer Marketingaktivitäten oder die Produktivität einzelner Produktsegmente wesentlich besser einschätzen.

Diese Erkenntnisse bilden die Basis für eine Vielzahl von Optimierungen, unter anderem lässt sich:

  • die Kundenbindung durch gezielte Maßnahmen intensivieren
  • Marketingressourcen von unnützen Aktivitäten auf nützliche übertragen
  • der Marketing-ROI überhaupt erst valide bewerten
  • der Pro-Kopf-Umsatz durch personalisierte Aktivierungen steigern
  • Performance und Konversion des Shops über alle Seitenbereiche und Funktionalitäten hinweg verbessern
  • das Produktportfolio optimieren
  • Retouren minimieren

Im Tagesgeschäft ist zudem von großer Bedeutung, das Magento Analytics einen eindeutigen Single-Point-of-Truth bildet. Da die Regeln der Informationsgewinnung aus den diversen Datenquellen klar definiert sind, gibt es im Idealfall für alle Entscheidungen nur eine, dafür aber äußerst verlässliche Informationsquelle, was widersprüchlichen Einschätzungen und Unsicherheiten einen Riegel vorschieben kann. Entscheidungen werden schneller und einvernehmlicher getroffen.