Individuelle Konditionen und Bedürfnisse spielen im B2B-Online-Geschäft eine herausragende Rolle. Deshalb ist es wichtig, dass eine E-Commerce-Plattform für Geschäftskunden in der Lage ist, all diese unterschiedlichen Anforderungen abzubilden. Die technische Machbarkeit ist aber nur das eine. Damit das System sinnvoll einsetzbar ist, darf der administrative Aufwand nicht überhand nehmen. Die Onlineshop-Software Magento bietet Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, die an einen B2B-Webshop gestellten Erwartungen umzusetzen.

 

Für gewöhnlich handeln Unternehmen mit ihren Geschäftskunden sehr individuelle Konditionen aus, die sich nicht nur auf Stückpreise, sondern auch Mindestbestellmengen, Rabatte, Lieferzeiten, Frachtzuschläge oder zahlreiche andere Aspekte erstrecken. Es erstaunt mich immer wieder, wie differenziert diese Konditionen teilweise sind und welch komplexe Preislogiken sich daraus ergeben. Hinzu kommt, dass nicht jeder Kunde bzw. jeder Mitarbeiter eines Kunden zwangsläufig das gesamte Produktportfolio im B2B-Shop einsehen und nicht jede Aktion durchführen darf. Verfügen einzelne Nutzer beispielsweise nicht über die notwendigen Berechtigungen, können ganze Sortimentsbereiche gesperrt sein. Immer wiederkehrend sind auch Anforderungen rund um den Bestellworkflow: Geschäftskunden müssen ihre persönliche Bestellhistorie einsehen, wiederkehrende Warenkörbe speichern und individuelle Bestell- und Liefer-Dokumentationen erhalten können. Dieser letzte Punkt ist gerade bei internationalen Logistikprozessen wichtig.

 

Auch Abhängigkeiten und Varianten müssen dargestellt werden

All diese einzelnen Konditionen muss ein B2B-Shop abbilden können, um als vollwertiger Vertriebskanal zu funktionieren. Außerdem muss der Shop auch rein produktbezogene Informationen abbilden können. Das können Konstruktionsvarianten sein oder Abhängigkeiten, die sich aus Produktspezifikationen ergeben, aber auch Zubehör, das entscheidend für den sinnvollen Einsatz von Produkten ist. Außerdem müssen Warenstandsanzeigen und unterschiedliche Verpackungsgrößen abgebildet werden. Der vorangegangene Beitrag dieser Serie hat bereits gezeigt, welche Möglichkeiten Magento bietet, um diese Informationen aus verschiedenen Systemen zu integrieren.

 

Diese Informationen angepasst auf die individuellen Bedürfnisse eines Kunden auszuspielen, ist mit Magento verhältnismäßig leicht möglich. Von Haus aus ist Magento Enterprise mandantenfähig, mehrsprachig und außerdem in der Lage, kundenindividuelle Preislogiken abzubilden. Zahlreiche hochentwickelte Extensions verleihen dem System zusätzliche Flexibilität. Shopbetreiber können so je nach Bedarf den Leistungs- und Funktionsumfang ihres Systems durch das Anbinden neuer Module skalieren.

 

Jedem Kunden seinen Storeview

Magento Enterprise ermöglicht darüber hinaus die unkomplizierte Umsetzung von Multistore-Konzepten. Unternehmen können so über eine zentral gepflegte Installation und einen Datenstamm alle Zielmärkte und die dortigen Kunden individuell ansprechen. Ich erlebe es immer wieder, dass Unternehmen, aus Respekt vor dem erwarteten Aufwand, nur die nötigsten Variationen ihres Shops umsetzen möchten. Mit Magento hält sich der Zusatzaufwand aber in sehr überschaubaren Grenzen. Informationen und Einstellungen weist Magento den einzelnen Instanzen flexibel in drei Stufen zu: global für alle Websites und Storeviews, nur für einzelne Websites und deren Storeviews oder jeweils gezielt für einzelne Storeviews.

 

Mit Magento können Unternehmen so über eine einzige, zentrale Plattform völlig unterschiedlichen Kunden in unterschiedlichen Sprachen, mit unterschiedlichen Shop-Oberflächen gezielt individuelle Konditionen, Lieferzeiten und Angebote präsentieren. So entstehen auf einer gemeinsamen Soft- und Hardwarebasis sauber nach Produktportfolios getrennte Shops. Der administrative Aufwand ist durch die übersichtliche, zentrale Verwaltung aller Webstores und Sprachvarianten sowie durch die hierarchische administrative Organisation – Global, Website, Storeview – kaum größer als bei einem einzelnen Shop.