Die Meet Magento DE bot an zwei Tagen am 22.-23. Mai im Pentahotel Leipzig interessanten Input für Entwickler, Magento-Interessierte, Onlinehändler und -agenturen zu den Schwerpunktthemen: ERP, Digitalisierung, Security, Magento 2, Logistik & Fulfillment, Internationalisierung u.v.m.

Am Vorabend der Meet Magento fand die alljährliche Pre-Party im Spizz statt. Hier konnten erste interessante Gespräche mit Freunden und Kollegen aus der Branche geführt werden, die an den zwei Tagen der Meet Magento selbst noch intensiviert wurden. Von den insgesamt 40 Vorträgen und 15 Workshops, die den ca. 800 Teilnehmern geboten wurden, konnte ich zehn spannende Vorträge verfolgen, die ich hier kurz inhaltlich anreißen möchte.

 

1. Paul Boisvert @ProductPaul, Head of Product Management bei Magento

eröffnete den ersten Tag der Meet Magento mit neuen Insights zu Magento. Vor allem den Aspekt „Distribution to contribution“ fand ich sehr interessant – dass das Mitwirken der Community gefördert und ermöglicht wird. Früher war Magento „nur“ Open Source, heute kann die Community immer aktiver an der Entwicklung mitwirken. Paul gab einen Ausblick auf die zu erwartenden Features dieses Jahr, z. B. die B2B Edition und die Business Intelligence-Lösung, oder auch Magento Shipping, das mit dem Release von Magento 2.2 im September 2017 kommen wird.

 

2. Professionalisierung durch Digitalisierung der E-Commerce Prozesse mit Magento

Tobias Niebergall – e3N GmbH & Co. KG beantworte uns folgende Fragen:
Wie geht man vor bei der Digitalisierung von Prozessen? Was sind die Vorteile durch die Digitalisierung der Prozesse? Und zeigte uns sehr anschaulich an einem Beispiel eines Daten-Imports , wie wichtig es ist, saubere und strukturierte Daten in Magento einzuspielen.

 

3. Workshop: Magento Contribution Days – Updates made by you, innovation shared by everyone.

Max Yekaterynenko, Magento Inc., zeigte exklusive Einblicke in die Arbeitsweise und Vorgehensweise bei der Magento-Entwicklung. Z. B. gibt es Tickets, die durch die Community gelöst werden können, wie etwa das MultiNodeInventory Modul, das auf dem Magento Hackathon in die Entwicklung gegangen ist.

 

4. Magento 2 in Production

Marcel Hauri, Stämpfli AG, teilte seine Erfahrungen und Probleme direkt aus der Praxis aus dem Produktivbetrieb eines Magento 2 Systems.

 

5. 12 Ways to Improve Magento 2 Security and Performance

Pavlo Okhrem von Elogic E-Commerce gab uns interessante Hinweise, wie er Magento 2 hinsichtlich Sicherheit und Performance konfiguriert hat – für eine bessere Absicherung der Zugriffe auf den Server (Server-Konfiguration, um Nutzer auszuschließen, die zu viele Anfragen stellen (fail2ban))

 

6. Magento 2 Best Practice Workflow

David Lambauer, AOE, zeigte eine mögliche Aufteilung von Code, wie er Code strukturiert und wie man bei der Entwicklung am besten vorgeht. Man entwickelt nicht einfach drauf los, sondern macht sich vorab Gedanken und hält diese fest. Auch die Tests sollten in Unit, Functional, Integration und System / Frontend / Performance Tests aufgeteilt werden.

Die After-Show-Party war wie immer gut besucht. Die Moritz-Bastei war fast schon überfüllt, so dass sich viele Gespräche mit Kunden, Partnern und Bekannten nach außen verlagerten.

 

Der zweite Tag startete mit einer Keynote von Mark Lavelle „Magento Commerce: Business Momentum & Vision”. Er gab Einblick in die Zukunft des Magento Öko-Systems und zeigte, welche Systeme es noch geben wird und wie diese integriert werden.

 

7. Test Driven Middleware

Andreas Gies, WAY OF QUALITY, und Tobias Roeser, TOTOTEC, hielten einen interessanten Vortrag, wie verteilte Systeme aufgebaut und getestet werden können. Die Systeme werden mit Docker Containern hochgefahren und man führt Tests durch, dann wird sichergestellt, dass Nachrichten ankommen (per Tests und Assertions), danach kann die Docker Container-Umgebung heruntergefahren werden. Der Ansatz ist sehr interessant, wenn man den Headless-Ansatz mit Magento verfolgen möchte.

 

8. SUPER-scaling E-Commerce with Magento

Fabrizio Branca, AOE, gab einen Überblick über die Skalierung eines Magento-Systems in dem einzelne Teile herausgelöst werden – auch dies für den Headless-Ansatz, der die Magento REST API nutzt. Verschiedene Systeme liefern Informationen und Daten und Logik, z. B. CMS für Content, Magento für Commerce, Seachperience für Produktdarstellung etc. Durch die Nutzung von REST API und den Headless-Ansatz soll es möglich sein, einzelne Bestandteile herauszulösen und über andere Implementierungen/Services abzubilden (z. B. Quote). Weiterhin ging er im Vortrag darauf ein, wie diese Dienste in der Cloud durch die Nutzung von Kubernetes (s. Hierachy of needs) deployed und hochgefahren werden.

 

9. Magento Security Best Practices: Tools to improve the overall security of your Magento shops

Anna Völkl, E-CONOMIX GmbH, stellte Tools vor, um die Sicherheit der Magento Shops zu verbessern wie z. B. Malware Scanner, Project Mess Detector und Admin Password Cracking. Sie hatte diverse Tipps und Tricks auf Lager, um die Sicherheit des Systems und der Daten zu erhöhen. Es gibt einige Module für Magento 1 und Magento 2, die sich um Passwort und Login-Sicherheit und die Konfiguration und das Monitoring kümmern. Hier wurde Magerun erwähnt, welches es ermöglicht mit einem Befehl die Kundendaten zu entfernen.

 

10. Building a Framework Agnostic API

David Manners von Sitewards Frankfurt stellte vor, wie er versucht, seine Entwicklungen magento-unspezifisch zu halten. Er schafft Interfaces, welche er je nach Magento-Version implementiert. Das schafft ein gewisses Maß an Flexibilität.

Das Networking und der Austausch mit der Community und Magento standen im Vordergrund und wurden durch einige gute Vorträge ergänzt. Die Aftershow Party war wie jedes Jahr super. Einige sind immer noch sehr zurückhaltend, was Magento 2 angeht, aber das wendet sich gerade stark, und die Themen sind schon deutlich stärker auf Magento 2 fokussiert als letztes Jahr.